Der Wecker klingelte kurz vor 5 Uhr, denn wir wollten um halb sechs los Richtung Flughafen. Sonntags früh morgens, das passt. 35 Minuten später waren wir schon im Parkhaus. Diesmal buchten wir einen der diversen Flughafen Parking Anbieter, die etwa 30% günstiger, als wenn wir normal ins Parkhaus fahren. Wir fuhren Parkhaus P3, zogen normal das Ticket und fuhren ins 5. Geschoss, folgten dem Firmenschild, parkten das Auto und gaben den Schlüssel ab – das wars.
Ein paar Minuten später waren wir mit allem durch, genehmigten uns ein kleines Frühstück und begaben uns zum Gate. Nach dem Boarding und Transfer sassen wir im Flugzeug und warteten auf den Flug. Der Captain meldete sich mit zwei durchsagen: Die erste: 15 Minuten Verspätung, weil zu viele Flugzeuge in Amstedam landen und die zweite: Es gibt ein Problem mit den Bremsen…na toll dachten wir, das könnte eine Challenge werden. Aber zum Glück konnten die 3 Techniker das Problem lösen und gaben grünes Licht für den Flug. 64 Minuten später landeten wir wieder einmal in Amsterdam Schipol
Während wir auf das Gepäck warteten, kauften wir 2 (erweiterte) Tageskarten, welche die Zugsfahrt nach Amsterdam Centraal, Bus, Tram und Metro beinhaltet, sondern auch bestimmte Zugsstrecken. Da wir ja noch nach Zandvoort ans Meer fahren wollen, passte das wunderbar.
Wir haben unser Hotel in Amsterdam Nord, keine 10 Minuten mit der Metro von Amsterdam Centraal entfernt. Unser Zimmer war schon bereit, also das Gepäck deponiert und wieder retour in die City. Dort nahmen wir die die Ferry Richtung NDSM Werft, welche alle paar Minuten in beide Richtungen verkehren. Wir wollten im Resturant Pilek zu Mittagessen, da waren wir schon im Frühjahr, Sommer, an Weihnachten und es gefällt uns sehr. Das Essen war wie immer vorzüglich. Um 13 Uhr sassen wir wieder im Zug Richtung Zandvoort, welches wir bestens durch unsere diversen Fahrrad Reisen kennen. Wir liefen sofort ans Meer, herrlich diese Luft, der breite Strand und Sonne pur. Wir liefen etwa 30 Minuten am Wasser entlang und genossen das herrliche Wetter. Wir steurten auf eines der unzähligen Beachhouses zu und was hatten wir für ein Glück, an vordester Lage wurde ein Tisch mit 2 fetten Lounge Sesseln frei. 2 Stunden lang sassen wir da, tranken dies und das, genehmigten uns Bitterballen und Appel taart und holten uns fast einen Sonnenbrand.
Langsam schlich die Müdigkeit ein und wir fuhren um 17 Uhr zurück nach Amsterdam. Am Bahnhof hat es ein wunderbares Asiatisches Restaurant und obwohl es noch nicht mal 18 Uhr war, hatten wir schon Abendessen und freuten uns anschliessend aufs Hotel und aufs Bett.
Den Tatort schafften wir noch knapp, aber dann war Schluss und Lichter löschen. Morgen soll das Wetter auch noch ganz passabel sein und unser Plan ist der Besuch des Keukenhof.
Das mit Tatort „schafften wir noch knapp“ war eine optimistische Annahme, welche sich nicht im Entferntesten bewarheitet hat. Die Titelmusik (mit Udo Lindenberg am Schlagzeug) und der Abspann konnten wir uns noch erinnern…mehr leider nicht. Aber was solls, wir haben sehr gut geschlafen und wurden mit einem ausgezeichneten Frühstück belohnt.
Nach dem Frühstück haben wir die Busfahrt und den Eintritt zum Keukenhof gebucht. Wir fuhren mit der Metro Richtung Amsterdam Centraal und von da wieder mit der Ferry Richtung NDSM Werft und da steht das Futuristische Gebäude von „This is Holland“ wo auch ein Teil des Angebotes für Busreisen zu verschiedenen Attraktionen angeboten werden. Die Fahrt mit dem Bus dauerte etwa 45 Minuten und um 10 Uhr sind wir bei schönen und angenehm warmen Temperaturen im Keukenhof angekommen. Der Park ist riesig und trotz vielen Besuchern verteilten sich die Leute, so dass es nie zur Rudelbildung (😀😀😀) gekommen ist.
Im 15. Jahrhundert war das Gebiet, in dem sich der Keukenhof befindet, noch unberührte Natur. Das Landgut wurde dafür genutzt, Kräuter für die Schlossküche anzubauen. Daher der Name Keukenhof „Küchenhof“. 1857 wurde von einem Landschaftsarchitekten der Gartenplan für das Schloss Keukenhof, welches 1642 erbaut wurde, erstellt. Der englische Landschaftsgarten bildet noch heute die Grundlage des Parks. Auf Anregung einer Gruppe von Blumenzwiebelzüchtern wurde der Keukenhof 1949 als Frühlingsblumenschau eingerichtet, um ihnen Gelegenheit zu geben, ihre Pflanzen vorzustellen. Ab 1959 war der Park auch der Öffentlichkeit zugänglich. Obwohl der Park nur 8 Wochen geöffnet hat, besuchen 1.5 Millionen Menschen die wundervolle Blumenpracht, 80% davon ausländische Touristen.
Mittagessen hatten wir auf einer schönen Terasse, es war angenehm warm und wir freuten uns am sonnigen Wetter. Am Nachmittag besuchten wir wieder das riesen grosse Antiquitäten Geschäft und den American Book Store, welchen wir schon lange kennen und lieben gelernt haben, nicht nur wegen den Büchern, sondern auch wegen dem kleinen Cafe mit dem Ätiopischen Barista, welcher Unterhaltungswert hat.
Die Zeit bis zum Abendessen verbrachten wir mit spazieren an der Sonne, besuchten viele kleine Geschäfte, verschiedene Buchhandlungen und zu guter letzt noch den Blumenmarkt, wo wir für 7 Euro 20 Osterglocken Zwiebeln gekauft haben. Abendessen war kurz, aber gut, wir freuen uns wie gestern aufs Bett, in der Hoffung nicht schon um 20 Uhr ins Koma zu fallen.
Ohne das leckere, währschafte Frühstück hätten wir nicht die Ausdauer den ganzen Tag durch die Stadt zu laufen. Heute morgen ging es nach 9 Uhr mit der Metro in die City und anschliessend liefen wir zur Stadbibliothek Amsterdam, nicht irgendeine, sondern die grösste in Europa. 12 Stockwerke (inklusive eines schönen Restaurants mit Dachterasse), 1.5 Millionen Bücher auf 28000 Quadratmetern sind die Eckdaten. Alle Stockwerke wirken stimmig und das Lichtkonzept wirkte sehr interessant. Wir verweilten etwa eine gute Stunde in der Bibliothek, sassen einfach nur da und bewunderten die einzigartige Architektur.
Das Wetter war heute morgen überraschend gut, etwas Sonne, aber es windete stärker als gestern. Um 11 Uhr machte der Japanese Antique Store auf, da haben wir letzten Herbst 2 japanische Holzfiguren, sogenannte Kokeshis gekauft. Wir wollten noch eine dritte Figur, so liefen wir 45 Minuten durch die Stadt bis wir zum kleinen, aber feinen Geschäft ankamen. Natürlich machten wir unterwegs noch einen kurzen Pit stop in einem Cafe. Wir fanden auf anhieb eine Kokeshi welche wunderbar zu den anderen beiden passt.
Zu unserer Food Location mussten wir nochmals etwa 30 Minuten laufen, aber wir mögen es uns zu Fuss in der Stadt zu bewegen. Klar, es fahren minütlich Trams aber wir haben Zeit, machen etwas für die Gesundheit, sehen immer wieder neues und es regt den Appetit an. Pünktlich zur Türöffnung um 12 Uhr traffen wir bei den Amsterdam Foodhallen ein. Wir mussten uns nicht gross inspirieren lassen, wir wussten schon was wir als erstes essen wollten, natürlich Banh mi, ein Sandwich aus Vietnam. Wenige Zutaten wie eine art französisches Baguette, dazu Mariniertes Rindfleisch, Gurken, Karotten, Frühlingszwiebeln, Koriandern, Chillies und spezielle Gewürze. Anschliessend gab es ein Pita Brot und zu guter letzt noch einen unfassbar guten Burger. Natürlich haben wir alles redlich geteilt.
Der Nachmittag stand im Zeichen des Shoppens. Es gibt hier so viele, einzigartige, tolle Geschäfte, so dass man immer fündig wird, wenn man was sucht. Highlight war der 2 Stöckige Lego Store wo es für Kinder und Erwachsene allerhand zu sehen und zu kaufen gab.
Gegen 16 Uhr ein kleines Highlight, wir machten eine kleine Pause im Restaurant Scheltema. Es gibt eine niederländische Crime TV Serie namens Kommissar Van der Valk, und in diesem Restaurant traffen sie sich immer zur Lagebesprechung. Vermutlich kennt die Serie niemand, ausser Serien Junkies. Das Restaurant ist fast 120 Jahre alt, immer noch in Familienbesitz und wurde von der City of Amsterdam ausgezeichnet und gehört zur DNA von Amsterdam. In den 60zigern Jahren wurde das Scheltema von sehr vielen Journalisten als inoffizielles Hauptquartier benutzt 😀
Wir merkten die fast 15km in den Beinen und nach einem kurzen Abstecker ins Kaufhaus Bijenkorf machten wir uns auf den Weg zurück ins Hotel.
Abendessen gab es in der Umgebung des Hotels, wir waren zu müde, um nochmals in die Stadt zu fahren.
Morgen schon wieder der letzte Tag, aber das passt, das Wetter schläg wie in der Schweiz um, es wird kälter und regnerisch. Um 15:15 geht der Flieger, mal schauen, was wir noch bis am Mittag machen werden.
Heute ist das Wetter nicht mehr so toll wie die letzten Tage. Es regnete teilweise extrem stark und anschliessend kam die Sonne wieder hervor. Wir nutzten die Zeit bis zur Fahrt zum Flughafen mit letzten Einkäufen im Supermarkt. Zurück im Hotel alles im Koffer verstaut und los ging es mit der Metro und der Bahn zum Flughafen. Es ging alles fix, 6 Minuten Metro und 16 Minuten Zugfahrt und wir waren am Flughafen. In der heutigen Zeit druckt man die Koffer Etikette ja selber aus und der Koffer machte sich auf den Weg. Die Sicherheitskontrolle ging auch fix und so konnten hatten wir genug Zeit für das Mittagessen und kauften noch die letzten Sachen ein.
Der Flug dauerte nur 62 Minuten und pünktlich kamen wir bei strömenden Regen in Zürich an. Das Gepäck liess wie immer auf sich warten, aber das eigentliche Ärgernis war der Verkehr nach Hause. Zum Glück ist es sehr selten das wir im Feierabendverkehr unterwegs sind. Aber nach 1 Stunde haben wir es auch geschafft und kamen zu Hause an.
Schön war es in Amsterdam, tolles Wetter, viel neues entdeckt, gut gegessen und neue Ideen für den nächsten Aufenthalt gesammelt.