Samstag, 5. Juni

Endlich wieder in die Niederlande, endlich wieder Fahrrad Ferien. Schon im letzten Dezember mussten wir unsere Unterkunft buchen – die Niederlande boomt seit Jahren und wenn man nicht rechtzeitig einenUnterkunft bucht, dann wird es schwierig. Da Apartements in den Niederlanden oft nur von Sonntag zu Sonntag zu buchen sind, reisen wir gemütlich mit einem Zwischenhalt mit Übernachtung.

 

Nachdem wir nun ein paar Jahre nicht mehr in der Provinz Zeeland waren, war es eine gute Gelegenheit wieder zurückzukehren. Wir entschlossen uns wieder in das Städtchen Breskens zu fahren und buchten ein super tolles, neues Apartement ein wenig Abseits des Stadtkerns. Da wurde viel gebaut, schöne Häuser, viele neue, tolle Restaurants, Supermärkte, Bäckereien usw.

 

Wir trafen Thomas um 10:15 in Rotkreuz und los ging es. Wir fuhren via Basel nach Deutschland, machten einen Cafe halt und einen grösseren Stop fürs Mittagessen und kamen so gegen 16:45 Uhr in Boppard an. In und um Basel hatten wir total etwa 30min Stau, in Deutschland kurz vorbund nach Freiburg etwa 20min, aber danach ging es ganz flott.

 

Mein Lieblingsthema sind die deutschen Autobahnraststätten: heute Mittag war es einigermassen ok, aber das Essangebot nebst den frischen Salaten (es sah frisch aus) war eine volle Katastrophe. Alles wurde vor den Augen der Kunden aus dem Tiefkühler genommen. Das Schnitzel (ich schweige wie ein Grab wessen Schnitzel das war) war steiff gefroren und wurde zuerst in der Pommes Friteuse aufgetaut und anschliessend unter dem Salamander warmgehalten, bis die Pommes ready waren.

 

Unser Hotel liegt direkt am Rhein und hat nebenan eine Brauerei 😀. Im Minutentakt fuhren die Schiffe den Rhein rauf und runter. Das Essen war währschaft aber frisch und grosse Portionen, wer es den mag. Leider fing es kurz vor 18 Uhr an zu regnen, aber nach einer halben Stunde war der Zauber vorbei. Der Biergarten hat eine stattliche Grösse, sehr grosse Sonnenschirme welche vor der kurzen Regendusche schützte und das Highlight war eine riesen Leinwand und pünktlich um 20:30 sassen viele junge und vorallem ältere Damen und Herren vor dem Schirm und schauten Deutschland gegen die USA.

 

Wir liessen den Abend im Biergarten ausklingen und freuten uns auf ein gemütliches Bett. Morgen um 8 Uhr gibt es Frühstück und um 9 Uhr geht es auf die zweite Etappe – etwas kürzer als gestern.

Sonntag, 7. Juni

Es war doch etwas warm im Hotelzimmer, bei geöffnetem Fenster nahmen wir einen Rauchgemack wahr, so dass wir das Fenster fast zumachen mussten, und so erst als der Hahn schon kräftig krähte, Schlaf finden konnten.

 

Nichtsdestotrotz waren wir um 8 Uhr am Frühstückstisch und staunten was wir für nur 11 Euro bekamen. Alles frisch und lecker, verschiedene Brotsorten, warme Speisen, verschiedene Müsli, Fruchtsalat (von Hand geschnitten) NUR der Cafe….das können unsere Lieblingsnachbarn leider nicht. Der dünne Filter Cafe stand schon akkurat in kleinen Thermoskannen bereit aber mit viel Milch habe auch das geschafft.

 

Mit leichter Verspätung fuhren wir um 09:30 los und machten um 12 Uhr einen Tankstopp und Mittagspause in Belgien. Der Benzinpreis war mit umgerechnet 1.72 Franken deutlich günstiger als in der Schweiz.

 

Um genau 14:30, nach genau 875km und 10:08 Stunden Nettofahrzeit kamen wir in Breskens an. Da unser Apartment erst um 15:30 bereit war, nutzten wir die Zeit und gingen mal das Frühstück für die nächsten Tage einkaufen. Natürlich kamen noch Snacks, Getränke, Früchte etc. zusammen.

 

Wir haben ein unglaublich tolles Apartement im 8. Stock, top modern eingerichtet und das Highlight ein Balkon, der auf 3 Seiten zugänglich ist. Das heisst wir haben morgen und Abendsonne. Wir haben uns kurz eingerichtet und um 18 Uhr sassen wir bei einer steifen Brise und Gegenwind schon das erste Mal auf dem Fahrrad und radelten (wie immer am 1. Abend in Breskens) zum Beachhaus 25 und freuten uns auf ein leckeres Abendessen. Es gab Kibbeling und zur Vorspeise teilten wir uns Bitterballen.

 

Um 21:15 waren wir zurück im Apartment, genau passend zum Sonnenuntergang. Wir genossen die frische Luft auf der Terasse und liessen den Abend ausklingen. Es war ein anstrengender Tag, ums mehr freuen wir uns aufs Bett.

Montag, 8. Juni

Was haben wir gut geschlafen, tief und fest auf sehr guten Matratzen und dank der kühlenden Meeresluft. Um 08:15 trafen wir uns zum Frühstück, frische Croissant, Toast, Wurst und Käse und natürlich besseren Cafe als einen Tag zuvor.

 

Was machen wir heute, was machen wir die ganze Woche!?. Der Wetterbericht meint es voraussichtlich nicht so gut mit uns, aber nächste Woche hat er konstant 24 Grad und 10…15h Sonne. Aber das hilft uns auch nicht weiter. Meistens ist das Wetter besser als es prognostiziert wird. Für heute hatte er 2 mal kurz Regen, einmal um 11 Uhr und einmal um 17 Uhr, aber was solls.

 

Karin stellte eine schöne Route zusammen, bei welcher wir etwa 45km unterwegs waren. Es war eine Route „Rund um Breskens“, mit Mittagessen in Groede beim Restaurant die 3 Könige. Wir fuhren etwa um 09:30 los und trafen kurz vor 12 im Restaurant ein. Wir kannten das Restaurant schon aus früheren Veloreisen und waren schon mehrmals hier zum Mittagessen. Wir konnten draussen sitzen, es gab ein Rohschinken Panini und 2. mal Holländische Kroketten – yummy yummy. Die Kalorien hatten wir schon verbrannt, also brauchten wir uns kein schlechtes Gewissen zu machen.

 

Unsere Tour führte uns kreuz und quer durch wunderschöne Landschaften, durch Zwiebel und Kartoffelfelder, die so gross waren wie 20 Fussballfelder. Wir fuhren durch Naturschutzgebiete, durch Wasserwege und das Highlight durch ein grosses Stück Land, wo unzählige Schafe mit Lämmern grasten. Im Gegensatz zu unseren Schafen zeigten diese absolut keine Scheu.

 

Auf dem Rückweg machten wir in einem der unzähligen Beachhouse eine Cafe und Kuchenstopp, die Sonne leistete uns Gesellschaft und es war traumhaft schön. Der Zufall wollte es, dass der junge Kellner ein Schweizer/Niedeländer war und wir plauderten ein Weilchen mit ihm. Er geht in ein paar Wochen ins niederländische Militär, kann dann anschliessend auf Kosten des Militärs in München „Kriegstechnik“ studieren. So ködert man heuzutage Junge Rekruten fürs Militär 😀.

 

Wir sassen ein wenig zu lange, so waren die letzten paar Kilometer zurück ein wenig zäh, aber um 15:30 haben wir es geschafft, pünktlich vor dem Gewitter welches um 16:15 einsetzte. Aber es war herrlich vom 8. Stock aufs Meer zu schuen, wie es windete, regnete, blitzte und donnerte – ein herrliches Schauspiel, vorallem wenn man nicht auf dem Fahrrad sitzt.

 

Fürs Abendessen ging es zu Fuss ins Dorf, es hat da diverse Möglichkeiten was Feines zu finden. Wir entschieden uns für ein kleines französisches Restaurant, nicht ganz billig aber dafür von höchster qualität. Wir entschieden uns alles für eine Senfsuppe zur Vorspeise und als Hauptgang Heilbut mit Kartoffel/Karottenpüre, dazu Baby Brokkoli und ein Hollandaise Schaum Sösschen – einfach traumhaft.

 

Noch ein bisschen diskutieren und TV schauen und schon wars das. Müde, aber happy freuten wir uns aufs Bett.

Dienstag, 9. Juni

Wiederum traumhaft geschlafen, fit und ausgeruht für eine neue Fahrrad Tour. Während dem Frühstück planten wir anhand des zu erwartenden Wetters die heutige Tour. Heute soll (und war es) relativ frisch und starker Wind war angesagt.

 

Wir hatten vielleicht 13 Grad an der Sonne, welche doch fast 10 Stunden zu sehen war, aber immer wieder viele, dunkle Wolken und ein Gegenwind, wie wir ihn noch nie hatten. Wir fuhren auf dem Damm, dem Meer entlang Richtung belgische Grenze. Das Wetter war zauberhaft und die tiefen Temperaturen störten nicht so sehr, da wir wegen dem starken Gegenwind doch ins Schwitzen kamen. In Bad Cadzand, vielleicht 300m vor der belgischen Grenze machten wir in einem Beachhouse Pause und genossen den feinen Cafe an der Sonne. Aber es zogen im Rekordtempo immer mehr dunkle Wolken an uns vorbei und gemäss Wetterbericht sind ab 11 Uhr bis 16 Uhr Gewitter zu erwarten – aber am Meer und bei dem Wind kann es auch sein das es alles wegbläst.

 

Aber wir hatten auch ein anderes Problem: Bei unserem Mitfahrer ging beim eBike die Akkukapazität so schnell runter wie die Wolken an uns vorbeuzogen 😀. Als wir losfuhren, waren es scheinbar noch 91km und als wir in Sluis ankamen (nach 25km) waren es noch 10km – und noch 30km waren zu erwarten. Wir suchten und fanden 2 Fahrradverleiher, aber den einen gab es nicht mehr, und der andere hatte Montag und Dienstag geschlossen.

 

Da es plötzlich anfing stark zu regnen, suchten wir zuerst ein Restaurant und nachdem wir uns mit Pastetli und einem belgischen Rindfleisch Eintopf eine Freude gemacht haben, suchten wir nach einer Lösung für den leeren Akku. Ich fand noch einen Campingplatz, welcher auch Fahrräder vermietet – aber der hatte andere Akkus und Ladegeräte.

 

Nichtsdestotrotz gingen Karin und ich noch durch die tolle Ladenstrasse und freuten uns an diesem und jenem. Uns oder mir? fiel auf, dass es innerhalb von vielleicht 200m 3 Sexshops gab…nicht zu erklären wieso hier in Sluis, da hier doch eher die bucklige Gesellschaft Urlaub macht. Was auch unglaublich war, wir kauften 50 Stück Paracetamol 500mg für 1.49€ Preise wie im Schlaraffenland.

 

Unser Gefährte entschied sich mit dem Fahhrad in den Bus zu steigen und wir fuhren zurück Richtung Breskens. Auf den ersten 10km war das Wetter unglaublich schön und auch warm, Gegenwind hatten wir aber trotzdem noch das eine oder andere Mal. Ach ja, wir bekamen einen Sondernachricht, dass die Busse keine Fahrräder mitnehmen – er kommt mit dem Bus und dem leeren Akku nach Breskens.

 

Der Wind wurde stärker, aber er drehte und wir hatten endlich mal Rückenwind. So ab Kilometer 40 zogen dunkle Wolken auf, und es donnerte, teilweis blitzte es. Wir fuhren wie die wilden, denn wir wollten nicht nass werden. Die Situation beruhigte sich wieder und wir konnten ein normales Tempo fahren und uns an der grandiosen Landschaft erfreuen. Wir fuhren durch schöne Naturschutzgebiete mit kleinen Seen und sahen unzählige Tiere und Vögel. Aber das Gewitter wurden wir nicht los. Noch 5km und der Wind wurde stärker, das Donnern und die Blitze kamen immer näher. Wir fuhren am Limit und 100m vor der Garage spührten wir die ersten Tropfen, schafften es aber noch trocken ins Apartement. Zum Glück, denn es war ein Riesengewitter und es regnete in Strömen.

 

Unser Freund traf gegen 16:30 ein, und wollte den leeren Akku laden, aber das Ladegerät passte nicht….also zurück zum Fahrradverleih. Er bekam aber einen neuen, aufgeladenen Akku. So fuhren wir die 25 Minuten mit dem Auto und dem Fahrradträger zurück nach Sluis. Nach dem Abendessen in einem italienischen Restaurant (es gibt keinen Thai 😀) wurde das Fahrrad auf den Träger gespannt und es ging zurück zu unserem Apartement.

 

Ein ereignisreicher Tag ging zu Ende, was freuten wir uns auf die Dusche. Ein Cafe, ein paar Snacks und wir konnten mit einem glücklichen Gefühl ins Bett.

Mittwoch, 10. Juni

Heute liessen wir es ein wenig gemütlicher angehen, das heisst ein wenig später Frühstücken, dann genossen wir an der Sonne die wunderschöne Aussicht aufs Meer.

 

Da das Wetter heute ein wenig stabiler sein soll als gestern, entschlossen wir uns wieder einmal nach Middelburg zufahren. Middelburg ist die Hauptstadt der Provinz Zeeland und hat etwa 42000 Einwohner. Es hat viele schöne Einkaufsgassen, Cafes und es heisst die schönste Bibliothek der Niederlande.

 

Um nach Middelburg zu kommen, nahmen wir die Fähre von Breskens nach Vlissingen. Die Fähre nimmt nur Fussgänger und Fahrradfahrer mit. Die Preise haben sich seit unserem letzten Besuch verdoppelt. Nun bezahlten wir für ein Retour Ticket mit dem Fahrrad 15 Euro. In Amsterdam bekommt man für 15 Euro sogar eine Apfeltasche 😀.

 

Dann ging es los, immer gerade aus neben dem Kanal der Walcherei, wie er offiziell heisst. Der Kanal erstreckt sich über 13km von der Westerschelde in Vlissingen bis nach Veere und verläuft mitten durch Middelburg. Der Kanal wird intensiv von der Berufs- und Freizeitschifffahrt genutzt. Bis nach Middelburg sind es knapp 9km und wie schon beschrieben geht es auf dem schönen Radweg nur geradeaus und mit ein wenig Tempo ist das in 20m Minuten zu schaffen.

 

Wir parkten unsere Fahrräder auf dem riesigen Marktplatz, wo auch das wunderschöne Rathaus steht, und immer donnerstags ist der grosse Wochenmarkt, nebst vielen kleinen Märkten unter der Woche.

 

Es war wunderschönes Wetter und so konnten wir draussen an der Sonne Mittagessen und weil es so schön war, blieben wir auch noch ein wenig länger sitzen. Am früher Nachmittag schlenderten wir durch die Ladenstrasse, besuchten diverse kleine Spezielitätengeschäfte und kauften das eine und andere ein. Die Zeit lief uns davon und es war auch wieder in Gewitter auf dem Radar, also beschlossen wir wieder zurück nach Vlissingen zu fahren und mit der Fähre ging es zurück nach Breskens. Die Hin- wie die Rückfahrt mit der Fähre war wegen des starken Windes und den Wellen ein wenig unruhig, aber draussen an der steifen Brise ging das ganz gut.

 

Am Abend besuchten wir wieder einmal ein Beachhaus, wo man sehr gut essen kann. Immer wieder erstaunlich, wie viele Leute mit Hunden aus Deutschland in die Niedelande kommen und da, wie selbstverständlich ihre Fellnasen zur Schau stellen. Es gibt selten Leute, die nur einen Hund haben – heute hatte ein Mann im gesetzten Alter 4! Labradore an der Leine und sass mit den Hunden im Restaurant. Die Fellnasen benahmen sich immerhin und lagen unter dem Tisch. Von weitem sah es aus, als ob ein weisser Teppich unter dem Tisch liegt.

 

Morgen und Freitag sind die schlechtesten Tage, was das Wetter angeht (Wirklich super war bisher noch keiner…) uns so schauen wir von Tag zu Tag, was wir mit dem Bike unternehmen können. Den ganzen Tag ist es eh nicht immer schlechtes Wetter, auch wenn es nur ein paar Stunden pasabel ist, steigen wir aufs Bike.

Donnerstag, 11. Juni

Wir schlafen dank der Seeluft und den Sportlichen Aktivitäten wunderbar. Meist sind wir um 23 Uhr im Bett, lesen ein wenig (oder versuchen es) und wachen mit den ersten Sonnenstrahlen um 6 Uhr auf. Ein wenig weiterdösen und um 08:15 gibt es Frühstück.

 

Die Wettervorhersage ist wie die letzten Tage, am morgen meist passabel mit Sonnenschein, am Nachmittag Gewitter und viel Regen. Also planten wir um 15 Uhr wieder im trockenen Apartement anzukommen. Die Temperaturen durch den Tag sind relativ frisch und bewegen sich zwischen 12..16 Grad. Wenn die Sonne scheint, ist es angenehm.

 

Wir planten schon lange vorher, dass wir die Schleusen in Terneuzen besuchen wollten. Start war um 09:15 und wir fuhren die ersten vielleicht 10, 12km direkt am Meer entlang Richtung Terneuzen. Was für ein toller Radweg, links direkt das Meer und rechts saftige Wiesen wo Schafe weiden. Auf dem Radweg, welcher täglich überflutet wird lagen tausende von Muscheln und Krabbentiere. Auf der Wiesenseite sind Brutstätten für Gänse und wir konnten Beobachten wie hunderte von Gänsen von der Wiese Richtung Meer liefen und dort im Mud nach Nahrung suchten.

 

Um etwa 11 Uhr kamen bei der Schleuse an. Der Schleusenkomplex in Terneuzen, welcher eigentlich Portaal van Vlaanderen heist ist riesig. Im Jahre 2017 wurde angefangen zu bauen und 7 Jahre später wurde die Schleuse von Niederländischen und belgischen König eröffnet.

 

Die Neue Schleuse in Terneuzen ist 427 m lang, 55 m breit und 16,44 m tief. Sie eignet sich für große Seeschiffe bis 366 m Länge und 49 m Breite bei 14,5 m Tiefgang. Die zwei neuen Klappbrücken wiegen jeweils rund 1.540 Tonnen. Sie sind jeweils 86 Meter lang und 17 Meter breit. Unglaublich wenn man davorsteht und die Brücke senkrecht zum Himmel steht.

 

Die Schleuse ist Teil der Strecke zwischen Rotterdam und Paris. Die Zahl der Schiffe, die den Schleusenkomplex Terneuzen nutzen, steigt. Aktuell passieren etwa 60000 Schiffe den Kanal. Auch die Größe der Schiffe wächst. Die jetzt eröffnete Schleuse ist genauso groß wie die neuen Schleusen im Panamakanal und daher auf die weltweite zunehmende Vergrößerung der Schifffahrt vorbereitet. Größere Seeschiffe werden bald Terneuzen und Gent erreichen können.

 

Wären es 25 Grad, hätte es einen Foodtrack und Sitzgelegenheiten, dann wären wir Stundenlang dageblieben und hätten dem Treiben zugesehen. Aber es musste weitergehen, wir hatten Hunger. In Zentrum im Terneuzen fanden wir ein tolles Cafe mit einem super tollen Angebot, alles wird frisch gemacht, sei es verschiedene Salate, Burger, Pinas, Club Sandwich, aber auch diverse Asiatische Gerichte. Das Spannende war noch, durch einen Eingang im Cafe war man direkt in der Bibliothek von Terneuzen.

 

Leider mussten wir weiter, denn der Regenradar verhiess nichts Gutes. Um 12:45 ging es wieder los, anfangs der gleiche Weg retour bis zu den Schleusen und nach weiteren 10km nahmen wir den Weg im Landesinneren. Etwa 13km vor Breskens kamen wir an einem wunderschönen Restaurant mit tollem Garten vorbei. Wir machten einen kurzen Stop, wollten eine kleine Pause machen, aber der Blick auf den Regenradar nahm uns die Antwort. Da kam eine Regenwand auf uns zu, welche es in sich hatte. Also nichts wie weg und mit volldampf Richtung Breskens. Dummerweise kamen wir innerhalb von 10 Minuten an 2 je etwa 1km langen Strassen mit Kopfsteinpflaster. Da war nix mit schnell fahren. Meine zwei Mitfahrer mit ihren eBikes mit dicken Rädern merkten da nicht viel, aber ich mit dem Brompton und den 16“ Rädern und vielleicht 3cm Reifendicke war das ganz anders.

Es fing ganz leicht an zu Nieseln, aber es war noch zu weit weg um die Regenjacke und Regenhose anzuziehen. Wir gaben alles und kamen gegen 15 Uhr trocken im Apartement an. Eine tolle Leistung! Und wie die letzten Tage hatten wir teils starken Gegenwind.

 

Wir ruhten uns ein wenig aus, und schon war es wieder an der Zeit sich mit dem Thema Abendessen auseinander zu setzen. Wie immer hatten wir die Qual der Wahl. Das es aber stark regnete gingen wir nicht mit dem Bike weg, sondern marschierten zum Supermarkt und kauften viele leckere Kleinigkeiten wie Oliven, getrocknete Tomaten, Fetakäse, Salami Rohschinken und ein frisches Baguette. Angefangen haben wir mit einer super feinen Fischsuppe, dann Salat und als Hauptgang gab es Bami Goreng, ein indonesisches Nudelgericht.

 

In der Halbzeitpause des WM-Eröffnungsspieles Mexico gegen Südafrika werden wir uns den zu begin aufgezählten Köstlichkeiten widmen.

 

Morgen lassen wir den Drahtesel in der Garage und machen mit dem Auto einen Ausflug.

Freitag, 12. Juni

Eigentlich wollten wir heute mal als Ausgleich das Fahrrad stehenlassen und mit dem Auto ins benachbarte Belgien fahren, genauer gesagt nach Brügge. Aber nach dem aufstehen heute morgen hatte es relativ dicken Nebel. So beliessen wir das mit Brügge, wir hatten keine Lust 50 Minuten im Nebel umherfahren.

 

So stiegen wir gegen Mittag wieder aufs Velo und machten eine 20km Runde, aber heute war der Gegenwind extrem stark, Windstärke 6 durchs Band. Egal ob am Meer entlang oder im Landesinneren. Irgendwie machte das nicht wirklich Spass, es war sehr anstrengend und vorwärts kamen wir auch nicht wirklich. Aber es reichte um eines der unzähligen Beachhouse anzuststeuern. Der Wind blies all die dunklen Wolken weg und plötzlich war es wolkenlos und angenehm warm. Wir fanden einen windgeschützten Platz und genossen das Mittagessen und alles was dazugehört.

 

Gegen 15 Uhr fuhren wir wieder zurück und kauften noch ein paar Sachen ein, welche wir mit nach Hause nehmen. Der Platz ist begrenzt, also mussten wir uns entscheiden, was wir kaufen und was nicht.

 

Im wunderschönen Apartment genossen wir die Zeit mit Lesen, oder jeder machte, was er am liebsten macht. Das Abendessen war wie immer herzhaft und lecker, wir gingen in ein Restaurant in der Nähe.

 

Morgen folgt schon die letzte Tour, wir fahren wieder mit der Fähre nach Vlissingen und machen dort eine letzte, schöne Tour.

Samstag, 13. Juni

Die Zeit lief die ganze Woche schnell, und schon war die Woche vorbei und die letzte Fahrradtour stand bevor.

 

Zum zweiten und letzten Mal nahmen wir die Fähre von Breskens nach Vlissingen. Herrlich so eine Überfahrt auf dem Meer, frische und und ein wenig wackeln gehören dazu. Unser Ziel heute war das Dorf Veere. Wir fuhren wie immer einen Umweg durch die wunderschönen Landschaften, das erste Stück direkt am Meer entlang, sogar mit Rückenwind und mit Sonne. Das zweite Stück fuhren wir im Inland, vorbei an kleinen Seen, Flüssen, wunderschöne Dörfer und Naturschutzgebiete. Wir sahen wie überall in Zeeland viele Schafe und Pferde.

 

Nach etwa 25km kamen wir in Veere an. Veere ist ein idyllisches Städtchen mit nur 1.600 Einwohnern. Es ist bekannt für seine reiche Geschichte und viele denkmalgeschützte Gebäude. Während wir durch die engen Gassen schlenderten, bewunderten wir die Pracht alter Architektur und dem Charme des Yachthafens. Die tolle Atmosphäre macht Veere zum perfekten Ort für einen entspannten Tagesausflug. Im autoarmen Zentrum hat es unzählige kleine Geschäfte, lokale Boutiquen, gute Restaurants und sonnige Terrassen.

 

Mittagessen hatten wir auf der anderen Seite des Flusses. Das Wetter war für einmal wunderbar, herrlich an der Sonne und fast ohne Wind. Zum letzten Mal gab es als appetizer die wunderbaren Bitterballen. Als Hauptgang gab es Salate, Fisch und Fleisch. Leider konnten wir nicht so lange sitzen bleiben, wie wir gerne wollten, denn wir wollten die 15:48 Fähre nach Breskens nehmen.

 

Aber für eine halbstündigen Rundgang und besuche einiger Shops (mit letzten Souvenir Einkäufen) blieb uns noch. Leider verzögerte sich die Abfahrt nach Vlissingen um fast 25 Minuten……und so verpassten wir die Fähre. Zu allem Übel fiel die nächste Fähre wegen eines technischen Defektes aus und so mussten wir 1 Stunde warten und kamen erst um 17:30 in Breskens an. Wir wollten eigentlich gemütlich Packen, Duschen und dann in unserem Lieblingsrestaurant gemütlich zu Abendessen und zu guter letzt um 21 Uhr das WM Spiel Schweiz gegen Katar schauen. Wir konnten das alles machen, aber es war ein Stressig und unnötig. Aber war halt so.

 

Zu Abendessen gab es Heilbut mit sehr gutem Kartoffelstock, Sparerips und Muscheln. Es schmeckte alles vorzüglich.

 

Wir packten schon den grössten Teil ins Auto, spannten Karins Fahrrad auf den Fahrradträger, so dass wir morgen früh nur noch den Rest zum Auto bringen müssen.

Sonntag, 14. Juni

Heute hiess es leider Abschied nehmen, vom wunderschönen Zeeland. Es war eine traumhafte Woche, nicht unbedingt vom Wetter, aber wir waren jeden Tag ein paar Stunden auf dem Rad und umkurvten Zeeland und freuten uns an der fantastischen Landschaft, den freundlichen Menschen und dem sehr guten und abwechslungsreichen Essen. OK, Pommes und Bitterballen gab es natürlich jeden Tag.

 

Das Wetter: Natürlich hätte es besser sein können. Aber die Sonne schien jeden Tag, einmal 10 Stunden und dann wieder nur 2 Stunden. Die Temperaturen waren doch durchs Band recht frisch, zwischen 13 und 16 Grad, wenns hoch hoch kam vielleicht mal 18,19 Grad. Aber wenn man mit dem Fahrrad zügig unterwegs ist, war das kein Problem, im Gegenteil. Aber mit Mittag und Abend draussen Essen war es schwieriger. Am Abend konnten wir einmal draussen Essen, Am Mittag vielleicht zweimal. Der kalte Wind, und vorallem der starke Gegenwind war eher ein Problem, aber auch das meisterten wir in Perfektion und es gehört auch dazu.

 

Wir waren jetzt 4 Jahre nicht mehr in Zeeland und es war eine gute Entscheidung wieder mal nach Zeeland zu fahren. Das Highlight war natürlich das Apartement. Wir waren noch nie in einer so superschönen Unterkunft. Klar, es hatte seinen Preis, aber wenn man mit drei Personen eine Woche zusammen ist, dann ist es umso schöner, wenn man viel Platz hat, und das hatten wir zur genüge.

 

Der Abschied viel schwer, aber alles hat mal ein Ende. Um 7 Uhr fuhren wir los, diesmal und das erste Mal überhaupt fuhren wir nicht via Deutschland nach Hause, sondern via Belgien, Luxenburg und Frankreich, bevor wir wieder in der Schweiz waren. Es hat sich total gelohnt und wir werden nur noch so in die Niederlande hin und zurückfahren. Die Distanz war etwa 100km geringer, wir hatten nie Stau, nie viel Verkehr, bessere Autobahnen, vieeel bessere Autobahnraststädten, viel billigeres Bezin, keine Deutschen Raser UND wir waren deutlich über 2h schneller. Und es ist natürlich immer ein Vorteil, wenn man sonntags reist.

 

Um 16 Uhr waren wir schon wieder zu Hause, alles auspacken, den Grill anwerfen und die fehlende Wärme, welche wir in Breskens nicht hatten, geniessen.

 

Natürlich fahren wir auch nächstes Jahr wieder in die Niederlande fietsen.