Wie die Zeit doch schnell vergeht! Wie lange haben wir geplant, Bücher und Karten gewälzt und nun geht es endlich wieder los und wir fliegen in die USA. Wie immer haben wir alles perfekt organisiert, alles Hotels gebucht und doch kann immer etwas anders laufen als geplant. Letztes Jahr zum Beispiel war Teilstück des Highway No.1 Richtung Norden gesperrt, so dass wir vor Ort umplanen mussten. Letzte Woche haben wir das Hotel im Grand Canyon Nordteil annulliert, da in dieser Gegend das Dragon Bravo Feuer wütete und grosse Teile in dieser Gegend wurden verbrannt. Insgesamt wurde ein Gebiet von über 60000 Hektaren verbrannt und in Mitleideidenschaft gezogen.
Wie immer waren wir ein wenig angespannt, aber das ist nun mal so. Wir gingen um 8 Uhr auf den Zug Richtung Flughafen, machten das Check In und verköstigten uns in der Lounge bis es um 11:15 Richtung Dublin losgeht. Pünktlich kamen wir in Dublin an, auch da ab in die Lounge und um 15:25 hob der grosse Vogel Richtung Denver ab. Im Flugzeug macht jeder sein Ding: nach dem Essen schaut Karin einen Film nach dem anderen, Ich gehe in die Liegeposition und versuche sofort zu schlafen, auch wenn es erst 19 Uhr war. Mein Plan ging auf, Karins Plan nicht, denn unsere Boardunterhaltung funktionierte den ganzen Flug hindurch nicht.
Nach 8.5 Stunden landeten wir in der Mile City. Es war früher Abend, 22 Grad und sonnig. Das Gepäck kam sehr zügig und ab ins Taxi, welches uns in ein nah geliegenes Flughafen Hotel brachte. Für die 7-minütige Taxifahrt zahlten wir stolze 45 Dollars. Zum Glück haben wir den grossen Währungsvorteil. Check In, die Koffer aufs Zimmer gebracht und anschliessend gingen wir in einer Sportsgar noch etwas kleines Essen, bevor es aufs Zimmer ging.
Gestern war um 21 Uhr Lichterlöschen und wir schliefen sofort ein. Wir erwachten fast gleichzeitig, aber es war erst 23 Uhr…typischer Jetlag. Irgendwie fanden wir Minuten oder stundeweise ein wenig Schlaf und mogelten uns durch die Nacht, bis wir endlich um 6 Uhr Frühstücken konnten. Das Frühstück ist in den US-Hotels wie es ist, Toast, Rührei, Cafe und Tee, Joghurt und mit ein wenig Glück ein Müesli und Früchten – aber das war ganz OK. Natürlich mit Pappteller und Plastikbesteck, damit lässt sich harte Butter wunderbar auf dem Toast streichen.
Mit Uber ging es Mietwagen Firma, wo wir unser Auto in Empfang nahmen, kurz alles gechecked und endlich ging es los! Wir hatten noch nie einen Mietwagen in der SUV Premuiumklasse, diesmal leisteten wir uns das. Wir haben das Auto schon im Februar gebucht, aber der Preis fiel und fiel und so cancelten wir das Auto, buchten es sofort wieder und sparten fast 400 Franken. Was war das für ein Riesen Ding, der Chevrolet Tahoe!. Wir sind nicht annähernd mit so einem grossen Auto gefahren, aber innden USA kein Problem. Chevrolet wurde übrigens 1911 vom Schweizer Louis Chevrolet gegründet.
Wie immer auf unseren USA Roadtrips ist der Walmart unser erster Anlaufpunkt, da kaufen wir immer im 50ziger Pack unser geliebtes Arrowhead Wasser, eine Kühlbox, Teller, Besteck, Gläser etc. einfach alles, was es braucht um Unterwegs zu Picknicken. Da unser Tagesziel Estes Park (Eingang zum Rocky Mountains Nationalpark) nur 1.5h entfernt liegt, machten wir unterwegs noch einen längeren Zwischenstopp in einem Premium Outlet wo wir uns inspiriren liessen und noch das eine und andere kauften. Dummerweise habe ich zu Hause den US Adapter vergessen und dafür den EU adapter mitgenommen, eine katastrophe. Aber dank einer Powerbank konnten wir über Nacht die wichtigsten Geräte laden so kauften wir heute bei Walmart (der hat alles 😁) einen neuen Adapter. Nach dem Mittagessen ging es los Richtung Estes Park, wo wir um 14 Uhr eintrafen und nach kurzer Suche das Hotel fanden.
Wir kennen Estes Park, liefen ein wenig durch die Stadt und kauften im Supermarkt für die nächsten paar Tage Lebensmittel ein. Anschliessend fuhren wir noch zum Visitor Center des Nationalparks und kauften den Jahrespass für nur 80 USD, damit hat man freien Eintritt zu allen Nationalparks in den USA. Wir konnten es nicht lassen und fuhren ein paar Kilometer in den Park hinein und genossen die späten Sonnenstrahlen.
Am Abend hatten wir Abendessen und Livemusik in einem. Es gibt unzählige Bars und Restaurant welche Livemusik anbieten. Zum Hotel war es nicht mehr weit und so waren wir um 21 Uhr wieder auf dem Zimmer. Der Jetlag hat uns im Griff, aber das macht uns nichts. Für morgen haben wir einen Slot für den Rocky Mountains Nationalpark zwischen 6 und 8 Uhr, als Jetlag geplagte ist das also ideal. Seit Covid kann man die grossen, bekannten Nationalparks nur noch besuchen, wenn man einen Slot gebucht hat. Man muss es wissen, dann sollte es kein Problem sein, wenn man frühzeitig reserviert. Das kostet nur 2 USD. Aber vor 7 Uhr und nach 14 Uhr, manchmal 16 Uhr kann man ohne Permit hineinfahren.
Was war das wieder für eine kurze Nacht. Seit 1 Uhr wach, von 3 Uhr bis zum Frühstück um 06:30 Serien geschaut, aber was solls, es wird in ein paar Tagen hoffentlich besser werden.
Um 7 Uhr waren wir schon im Auto Richtung Nationalpark, wo wir dank des gebuchten Slots hineinfahren konnten. Mehrere Autos in der Schlange hatten kein Permit und mussten wieder umkehren. Es hat auf der Strecke einen grossen Park&Ride und wir liessen das Auto dort stehen und nahmen den Shuttle Bus, der uns zum Startpunkt unserer Wanderung brachte. Dort hat es auch einen Parkplatz, aber die ca. 300 Parkplätze waren um 07:30 schon besetzt.
Von der Endhaltestelle aus sind es dann nur wenige Schritte bis zum knapp 2.900 Meter hoch gelegenen Bear Lake. Für eine gemütliche Umrundung braucht man rund 20 - 30 Minuten, ideal also als Einstieg in weitere umliegende Wandermöglichkeiten. Das Wetter war grandios, wolkenlos und viel Sonne, richtig goldene Herbstfarben. Interessant ist, dass es im Bearlake nicht gestattet ist zu baden, in allen anderen Bergseen ist es erlaubt. Wir genossen die frische Luft und die Sonne.
Hier beginnt auch die sicherlich bei den Besuchern beliebteste Wanderung zum Dream- und Emerald Lake. Der erste Teil des Weges verläuft durch ein schönes Waldgebiet mit moderater Steigung zum Nymph Lake, der mit vielen Seerosen überzogen ist. Leider blühten diese aber bei unserem Besuch kaum.
Es geht dann weiter bergauf mit schönen Ausblicken auf die umliegenden Berge und immer wieder tauchen Wapiti Hirsche auf. Man kommt diesen großen Tieren recht nah, auch hier zeigen diese kaum scheues Verhalten.
Nach insgesamt etwa 45 Minuten erreicht man dann den Dream Lake, einen wahrhaft traumhaften Bergsee vor einer wunderbaren Felskulisse. Von hier aus war es nicht mehr weit bis zum Emerald Lake, es ging zwar stetig Bergauf aber nach etwa 20 Minuten erreichten wir den letzten Bergsee auf dieser traumhaften Wanderung. Der Emerald Lake ist der letzte der 4. Bergseen und vielleicht der schönste mit den Felsen und Bergen rundherum. Man merkte das man auf etwa 3100m war, denn der Wind war relativ stark aber mit der Sonne im Rücken war es traumhaft.
Wir sassen ein paar Minuten am See und machten uns wieder auf den Rückweg zum Bear Lake und zur Station des Shuttle Busses. Zum Glück machten wir die tolle Wnderung sxhon am frühen morgen, denn beim Abstieg kamen uns sehr viele Wanderer entgegen.
Auf der Rückfahrt machten wir nochmals in einem anderen Visitor Center halt, tranken einen Tee und liessen uns von den tollen Angeboten im Shop inspirieren. Kurz vor Estes Park sahen wir einen Foodtruck, der Briskets und Pulled Pork Sandwiches verkaufte. Alles direkt vom Smocker aus Brötchen, ein Traum, dazu in Liegestühlen direkt am Fluss, was will man mehr.
Im Hotel ruhten wir uns etwa 1 Stunde aus und fuhren dann Estes Park, wo wir den unzähligen Kleidern und Souvenir Geschäften einen Besuch abstatteten. Im Park war noch Life Music, wo wir uns dazusassen und etwas an der Sonne tranken. Wir haben heute schon so viel gemacht, aber es war erst 16 Uhr, zu früh zum Abendessen, obwohl in den USA sehr früh gegessen wird. Also nochmals mit dem Shuttle Bus zurück ins Hotel, wo wir uns auf die Terasse sassen und das sonnige Bergpanorama genossen.
Abendessen war heute was besonderes, wir gingen in ein sehr gutes Restaurant. In den USA ist man auch mit kurzen Hosen, Wanderschuhen und T-Shirt in solchen Restaurants herzlich willkommen. Das tolle Essen haben wir uns heute redlich verdient. Es gab Bison petite Tender, Yukon gold mashed potato, seasonal vegetables, cremini Diane sauce und Seared Chicken Thighs parmesan Yukon gold mashed potatoes, cremini mushrooms, tarragon mustard cream, scallions. Es liest sich fantastisch und schmeckte fantastisch.
Heute morgen gab es eine kleine Abwechslung beim Frühstücks Buffet, statt backed potatoes gab es scrambled eggs. Wie immer einfach gestrickt, aber es schmeckte und gibt Energie.
Wir packten unsere sieben Sachen und um 07:30 waren wir schon wieder auf dem Weg zum Rocky Mountain Nationalpark. Das Wetter war gut, ab Mittag kann es ein wenig Regnen, aber da sind wir ja schon wieder an einem anderen Ort.
Wir nahmen die berühmte Trail Ridge Road in Angriff. Als Trail Ridge Road wird der 77 km lange Straßenabschnitt im Rocky Mountain Nationalpark zwischen Estes Park und Grand Lake genannt. Die Straße, die aufgrund ihrer touristischen Bedeutung als National Scenic Byway anerkannt wurde, ist der höchstgelegene durchgehende Highway der USA. Rund 18 Kilometer befinden sich über der Baumgrenze, der höchste Punkt der Straße liegt auf 3713 Meter. Da wir aber schon früh unterwegs waren, konnten wir die ganze Strecke bis zum Alpine Visitor Center geniessen und konnten das Tempo drosseln falls nötig. Ein großer Teil der Strecke befindet sich oberhalb der Baumgrenze, wo die Landschaft von alpiner Tundra geprägt ist
Der Parkplatz war ein wenig gefüllt, aber nicht so wie vor 2 Jahren, wo wir sicher 10 Runden um das Parkfeld gefahren sind, um endlich einen Parkplatz zu finden. Oben angekommen machten wir noch eine kleine Wanderung bis zum Gipfel, wo man eine tolle Aussicht hatte. Es ist schon verrückt, mit dem Auto auf über 3700m zu fahren, und zwar auf einer absoluten Top Strasse, wie bei uns die Autobahnen. Man spührte die dünne Luft ein wenig auf dem Gipfel, aber das ist individuell. Um 10 Uhr öffnete das Visitor Center, der Giftshop sowie die Cafeteria. Natürlich genehmigten wir uns etwas warmes zu trinken und einen kleinen Snack.
Schön und atemberaubend war es hier oben, aber wir freuten uns auch auf die Fahrt hinunter zur Städtchen Grand Lake. Auf dem Weg nach Grand Lake erreicht die Strasse den Milner Pass und den Poudre Lake. Hier überquert man die „Continental Divide„. Einfach gesagt heisst das: Die Große Wasserscheide trennt die Entwässerung zum Atlantik von der Entwässerung zum Pazifik. Sie durchquert Amerika von Alaska bis fast nach Kap Hoorn. Jeder Regentropfen westlich der kontinentalen Wasserscheide fließt über den Colorado River in den Pazifik, jeder Tropfen östlich fließt über den Poudre Creek, Platte River, Missouri und Mississippi in den Golf von Mexico und somit in den Atlantik. Schwer sich das vorzustellen.
Mittagspause machten wir bei einem Rastplatz im Wald, umgeben von wunderschönen verfärbten Bäumen. Auf dem Gelände ist auch die Holzwarth Historic Site, welche man besuchen kann. Der deutsche Einwanderer John Holzwarth gründete 1917 hier eine Ranch, vorher hatte er einen Saloon in Denver. Bedingt durch die Prohibition im Jahre 1916 war seine Existenz gefährdet. Im Jahr 1917 siedelte er in die Grenzen des heutigen Rocky Mountain Nationalpark um und gründete dort zuerst eine Ranch. Als die Fall River Road über den Pass fertig gebaut war, kamen immer mehr Reisende durchs Tal. Daraufhin eröffnete er die Holzwarth Trout Lodge. Hier konnten die Touristen dem Hobby des Jagens nachgehen. Die erlegten Tiere wurden von John Holzwarth "ausgestopft", denn er hatte mittlerweile sein Diplom als Präparator gemacht. Die Lodge wurde über 10 Jahre erfolgreich geführt, danach in eine Guest Ranch umgewandelt. Im Jahre 1973 verkaufte die Familie Holzwarth die Ranch zurüch an den Staat, welcher den "Urzustand" wiederherstellte. Die Nachkommen hatten zwei Wünsche: der erste, die Ranch wieder so aufzubauen, wie sie war, und zweitens die Rangers sollten die Geschichte weitererzählen, was sie auch mit Stolz machen. Uns hat es gut gefallen, besonders die tollen Geschichten und Informationen, welche die Ranger gerne weitererzählen.
Nach ein paar Minuten kamen wir in Grand Lake an und machten eine kleine Pause, genossen den Cafe und die Glace an der Sonne, und flanierten durch die Grand Avenue mit den unzähligen Shops, Galerien und Krims Krams Läden. Von weitem hörten wir Donnern und so machten wir uns auf den Weg zu unserem Hotel in Fraser, noch etwa 45 Minuten entfernt. Plötzlich blitzte und donnerte es, und ein wenig Regen setzte ein, aber nach ein paar Minuten war der Spuk vorbei.
Nachdem wir uns im Hotelzimmer eingerichtet haben, liefen wir noch zum Supermarkt und kauften Früchte und was zum Knabbern ein. Abendessen in solch kleinen Städten ist nicht immer einfach, aber wir fanden einen fantastischen Mexikaner, wo wir uns satt essen konnten. Es schmeckte ausgezeichnet, die Portionen reichten für eine kleine Familie und war sehr günstig.
Damit haben wir nicht gerechnet! Wir wussten das es in der Nacht regnet, dass wir auf 2900m über Meer übernachten und das es frisch sein wird, aber als ich am morgen die Koffer, Jacken etc. ins Auto einladen wollte, sah ich erst, dass das ganze Auto vereist ist. Die Türen und den Kofferraum brachte ich erst gar nicht auf, erst nach mehrmaligen rütteln löste sich die Türe vom Eis. Auf dem ganzen Auto waren die Regentropfen eingefroren, und mit blosser Hand waren auch die Scheiben nicht eisfrei zu bringen. Ich fragte in der Lobby nach einem Eiskratzer und zum Glück lag irgendwo einer rum. Wir sind ja in den USA und so konnte man ohne schlechtes Gewissen den Motor laufen lassen und mit der Eiskratzerei anfangen. Nach ein paar Minuten war das auch geschafft und wir fuhren im dichten Nebel los.
Wie immer so gegen halb acht fuhren wir los, und nach ein paar Minuten wich der Nebel der Sonne, was für ein tolles Wetter. Unsere erste Anlaufstelle war der Skiort Breckenridge. Auf den Weg dahin fuhren wir über den 3500m hohen Berthoud Pass, der die Kontinentale Hauptwasserscheide überquert. Wie üblich in den USA sind auch die höchst gelegen Pässe asphaltiert und super befahrbar. Der Pass ist ein beliebtes Ziel für Sommer- und Winteraktivitäten wie Wandern und Skifahren und ist bekannt für seine Wildblumen. Auf weiten Strecken in den Wäldern lag ein wenig Schnee. Was für ein toller Anblick, blauer Himmel, Sonne und Schnee. Man konnte sich nicht satt sehen und genossen die Fahrt über den Pass. Nach insgesamt etwa 75 Minuten erreichten wir Breckenridge, welches auch auf 2926m über Meer gelegen ist. Die Stadt zählt etwa 5000 Einwohner, im Winter um ein Vielfaches mehr. Die Stadt bietet 150 Skipisten und ist nebst den weltbekannten Aspen und Vail der bekannteste Ski Ort in Colorado. Von Denver aus ist man in nur 90 Minuten in einem super tollen Skigebiet.
Trotz der fast 3000m hatte ich Shorts und einen dünnen Faserpelz an, Karin dünne lange Wanderhosen und auch nur eine leichte Jacke. An der Sonne war es fantastisch warm und als wir bei Cafe und einen Carrot Cake sassen, mussten wir sogar die Jacken ausziehen. Wir klapperten die unzähligen schönen Geschäfte ab, und waren positiv überrascht, dass die meisten Souvenirs von lokalen Produzierten gefertigt wurden. Mittagessen hatten wir in einem Pub, Salat und französische Zwiebelsuppe, mehr brauchte das Herz nicht um glücklich zu sein. Wir haben uns fast ein wenig im Breckenridge verliebt, ein wunderschöner Ort, tolle Architektur, sehr sauber und tolle Cafes und Geschäfte – hier fühlte man sich sehr wohl.
Das umgekehrte haben wir 1 Stunde später im weltbekannten Ski Ort Vail erfahren. Alles nur auf die Leute mit grossem Geldbeutel ausgelegt, die meisten Geschäfte von den teuren Labels, unzählige Galerien und Immobilien Geschäften, welche es bei uns in Zug auch hat. Nach etwas mehr als einer Stunde sassen wir wieder im Auto und fuhren zu unserem Hotel in Glenwood Springs.
Um 16 Uhr bezogen wir das Zimmer und 1 Stunde später waren wir nach einem 15 minütigen Spaziergang im City Center. Schön ist der Ort nicht, er lebt auch vom Sommer und Winter Tourismus, was man an den unzähligen Hotels (teilweise ein wenig abgeranzt und sicher seit 30 Jahren nicht renoviert worden) ansieht.
Glenwood Springs ist nebst dem Tourismus für zwei andere Sehenswürdigkeiten bekannt: Das Grab des Westernhelden Doc Holiday liegt unweit des City Centers. Er starb am 8. November 1887 in Glenwood Springs. Er erlag mit nur 35 Jahren einer Tuberkulose und starb im Bett, nicht bei einer Schießerei, wie man bei seinem Lebenswandel vermutet hätte. Eine weitere stark besuchte Sehenswürdigkeit sind die Hotsprings, die längste Warmwasserquelle der Welt. Zu den Hotsprings von Glenwood Springs reisen jährlich Zehntausende Menschen aus ganz Amerika an.
Einen persönlichen Rekord haben wir auch noch gebrochen: Um 17:21 sassen wir schon in einem fantastischen Restaurant und bestellen das Abendessen. Um 18, spätestens um 18:15 muss man in den USA in einem Restaurant sitzen, sonst wird es sehr schwierig einen Platz zu bekommen. USA untypisch mussten wir fast 45 Minuten auf das Essen warten, aber es hat sich mehr als gelohnt.
Morgen geht es in den Bundestadt Utah, genauer gesagt in die Stadt Moab wo wir schon ein paar mal gewesen sind. Wir freuen uns sehr auf den Arches Nationalpark.
Das mit dem Jetlag kommt langsam gut. Diese Nacht konnte ich von 21:30 bis etwa 3 Uhr durchschlafen und dann immer stundenweise bis um 6 Uhr als wir uns bereit machten für das Frühstück.
Alles wieder ins Auto gepackt und erst mal zur Tankstelle. Wir tankten für 50 USD und bekamen als Gegenleistung 14.128 Gallonen Benzin, umgerechnet 53.5 Liter Benzin – der Liter für 74 Rappen. Bei sonnigem Wetter fuhren wir Richtung Moab los, welches etwa 320km entfernt lag.
Nach etwa anderthalb Stunden machten wir eine kleine Pause, Zeit hatten wir genug. Wir genossen die Fahrt durch die Landschaft, und das immer wieder paralell zum Colorado River. Der Colorado River fließt von den Bergen der Rocky Mountains nach Utah und Arizona und bildet größtenteils die Grenze zwischen Arizona und Nevada sowie die komplette Grenze zwischen Arizona und Kalifornien. Danach fließt der Colorado River nach Mexiko und mündet zwischen den Mexikanischen Bundesstaaten Baja California und Sonora in den Golf von Kalifornien.
Bevor wir nach Moab hineinfuhren, besuchten wir den Death Horse Point State Park, ein 21,7 km² großer State Park in unmittelbarer Nähe nordöstlich des Canyonlands National Park. Von der südlichen Spitze hat man einen besonderen Ausblick aus 1731m Höhe auf den über 600m tiefer gelegenen Colorado River, der an dieser Stelle eine 180° Kehre macht. Wahnsinnig beeindruckend die Bilder. Da wir erst nach dem Mittag dort sein konnten, war das Licht nicht ideal, die Sonne stand guten Bildern im weg 😀.
Anschliessend fuhren wir zum Canyon Land Nationalpark, der nur ein paar Minuten entfernt liegt. Zuerst machten wir im Visitor Center Mittagspause und anschliessend fuhren wir in den Park hinein und besuchten den Mesa Arch, eines des bekanntesten Aushängeschildes des Parkes. Der Mesa Arch ist ein 25 Meter langer Steinbogen und nach ein paar Minuten vom Parkplatz aus erreichbar. Trotz der kurzen Strecke war es wegen der Hitze relativ anstrengend, und man sollte Wasser dabeihaben. Als Nächstes besuchten wir den Green River Overlook. Von diesem Aussichtspunkt am Ende der 1,4 Meilen langen Stichstraße hat man den wohl schönsten Panoramablick innerhalb des Parks über das grandiose Schluchtenlabyrinth der Canyonlands und die Fluss-Schleifen des Green River. Man kann sich einfach nicht satt sehen, es ist spektakulär und sehr beeindruckend, was die Natur in Millionen von Jahren geschaffen hat.
Gegen 15 Uhr machten wir uns auf den Weg zu unserem Hotel in Moab. Wir fuhren noch etwa 1 Stunde und waren froh endlich die Beine ein wenig hochzulagern. Aber um 17 Uhr gingen wir wieder los, denn ihr wisst, ums Abendessen muss man sich aktiv kümmern, und um 18 Uhr im Restaurant sitzen. Wir liessen den Abend bei Cafe und Kuchen bei einer Cafe Rösterei ausklingen. Wir waren schon 2016 hier und wussten hier gibt es den besten Cafe.
Für morgen haben wir für 7 Uhr einen Slot im Arches Nationalpark gebucht, darauf freuen wir uns sehr.
Heute morgen waren wir schon um 6 Uhr beim Frühstück, denn wir haben ja zwischen 7 und 8 Uhr einen Slot gebucht. Fast im Dunkeln fuhren wir los, kauften im Supermarkt noch einen Salat für das Mittagessen und um 7:30 erreichten wir den Eintritt zum Park. Es wird schon hunderte von metern vorher darauf hingewiesen, dass man ohne Permit wieder umkehren muss.
Wir fuhren als erstes zum Delicate Arch, dem höchsten Steinbogen des Arches Nationalpark. Der Parkpkatz war schon gut gefüllt, aber es war kein Problem das Auto zu parken. Die Wanderung zum Delicate Arch dauerte etwa 40 Minuten, es ging recht steil nach oben, ca. 160 Höhenmeter. Am morgen ist das kein Problem, angenehme Temperaturen, aber am Mittag kann das Thermometer leicht auf über 40 Grad steigen. Oben angekommen war der Anblick natürlich bombastisch! Dummerweise war von der Sonne nicht mehr viel zu sehen, nur zwischendurch zeigte sie sich und dann konnte man einigermassen vernünftige Bilder machen. Wir blieben etwa 30 Minuten oben und liefen die gleiche Strecke wieder hinunter. Der Parkplatz war jetzt natürlich voll und die Neuankömmlinge drehten Runde für Runde und warteten bis jemand wegfuhr.
Der Arches-Nationalpark ist für seine große Konzentration an natürlichen Felsbögen bekannt. Er beherbergt über 2.000 solcher Bögen, die durch Erosion und Verwitterung entstanden sind und ständig neu geformt werden. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten zählen der ikonische Delicate Arch und der mit 93 Metern Spannweite längste Bogen. Der Park bietet eine einzigartige Sandsteinlandschaft mit Felsformationen, die durch eine dicke Salzschicht unter der Oberfläche geformt wurden. Das alle passierte vor 300 Millionen Jahren – man kann sich nicht annähernd vorstellen was im Arches Park schon alles gewesen und entstanden ist.
Neben den Steinbögen gibt es zahlreiche andere Felsformationen wie Felsmauern, Holdoos (pilzförmige Felsen) und Felsnadeln. An vielen Stellen des Parkes können auch Dinosaurier Spuren entdeckt werden. Insgesamt ein sehr interessanter Park, wo man sich eine ganze Woche beschäftigen kann. Man kann kleine Wanderungen machen, oder bis 15km lange Wanderungen.
Obwohl die Vegetation spärlich ist, leben Tiere wie Klapperschlangen, Leguane, Dickhornschafe im Park. Ausser einem wilden Kanninchen und ein paar Mäusen haben wir aber nichts gesehen.
Im Visitor Center haben wir noch Mittaggegessen und um 13:30 fuhren wir zufrieden Richtung Moab wo wir wie gestern bei der Cafe Rössterei eine Pause machten. Moab ist eine Stadt wo man alles, was man sich an Outdoor Aktivitäten vorstellen kann, auch ausleben kann. Das heisst natürlich auch, dass es hier gute Outdoor/Sportgeschäfte gibt. Den grössten der Stadt besuchten wir und kamen mit einer dick gefüllten Tasche wieder raus. Dank des sehr tiefen Dollar Kurses ist alles für uns 20% günstiger.
Heute war noch Waschtag, nach knapp einer Woche sammelte sich doch einiges an. Kosten für Waschen und trocknen insgesamt 6 US Dollar, natürlich alles quarter, das heisst wir mussten insgesamt 24 Münzen einwerfen.
Für das Abendessen entschieden wir auf die Italienische Küche. Das Restaurant, welches wir von früheren besuchen kannten, gab es erfreulicherweise noch und die Spaghetti mit Meatballs ebenso 😊.
Morgen machen wir uns auf den Weg zum Bryce Canyon, etwa 400km fahren, aber mit unserem Auto ist das ein Vergnügen.
Es war ein zäher Tag mit den über 400km, es zog sich hin. Pausen abgezogen fuhren wir über 6 Stunden, aber die unglaublich tolle Landschaft entschädigte für alles.
Nach wir im Supermarkt noch etwas fürs Mittagessen gekauft haben ging es um 8:30 los. Das Wetter war traumhaft und sehr angenehme Temperaturen. Mit dem Auto durch den Bundesstaat Utah zu fahren ist etwas vom schönsten, was man sich vorstellen kann. Links und rechts die weite der Prärie, dann Bergketten, Hügellandschaften, Grasland, Wüste und noch viel mehr. Wenn man das nicht selber erlebt hat, ist es schwer es exakt zu beschreiben. Wir hoffen auf den paar Fotos kommt das irgendwie rüber.
Bei einer Tankstelle mit integriertem Shop, welcher tief im Felsen drinn war, machten wir die erste Trinkpause, kauften noch ein paar Snacks und los ging es weiter Richtung Capital Reef Nationalpark. Wir sind diesen Weg schon zweimal gefahren, allerdings von der anderen Richtung her. Die Route von Mob zum Bryce Canyon, die den landschaftlich reizvollen Highway 12 (Scenic Byway 12) nutzt, ist eine spektakuläre Panoramastrecke durch Utahs Naturlandschaften und bringt einen wieder einmal über einen 2900m hohen Pass. Es heisst der Scenic Byway 12 ist die schönste Panoramastrasse Nordamerikas.
Wir näherten uns so langsam dem Bryce Canyon Nationalpark, und plötzlich sahen wir überall verstreut riesengrosse Golfbälle. Das mussten wir uns genaues Anschauen und bogen rechts ab. Es handelt sich um das i love clear sky Ressort, welches aus kleineren und grösseren Golfbällen besteht. Etwa die Hälfte des Golfballes ist ein Fenster und somit kann man am Abend den Sternenhimmel beobachten. Sehr luxuriös, aber genial. Im grössten Golfball ist ein Top Restaurant und eine stylische Bar.
Nach weiteren 45 Minuten sind wir pünktlich um 16 Uhr in Panguitch eingetroffen. Wir buchten für 2 Nächte ein tolles B&B, sehr schöne, grosse Zimmer mit allem, was man sich wünscht. Das B&B wird von Deutschen Auswandern betrieben und die wissen und kennen die Wünsche von uns Europäern. Die Liebe zum Detail macht es aus.
Abendessen?, na klar, um 17:15 ging es los. Zu Fuss waren wir in eine paar Minuten in Zentrum angekommen und fanden das Steakhouse, welches wir schon im Voraus im Visir hatten. Es war 17:25 und die Wartezeit für einen Tisch betrug mindestens 45 Minuten, und das um diese Uhrzeit. Zum Glück fanden wir auf der anderen Strassenseite ein kleines Restaurant mit einer tollen Karte. Der Abend war gerettet.
Morgen geht es in den Bryce Canyon Nationalpark, unser drittes Mal und wir freuen uns sehr.
Was für ein grandioser Tag haben wir heute erlebt!
Angefangen beim Frühstück: Es gab nicht das klassische Hotelfrühstück mit jeden Tag Rührei und Toastbrot, sondern es gab Avocado Brot, umd Egg Benedict. Es schmeckte ausgezeichnet, so kann der Tag beginnen.
Es war frisch, etwa 4 Grad aber sehr sonnig. Um 7:30 waren wir schon auf dem Weg zum Bryce Canyon National Park wo wir beim Park&Ride das Auto parkten und anschliessend mit dem Shuttle Bus in den Park hineinfuhren. Wir fuhren 8 Stationen Weg bis zum Bryce Point, wo wir ausgestiegen sind und schon die ersten Fotos gemacht haben. Welch gigantischer Ausblick!
Wir machten die gleiche Wanderung wie 2016. Das heisst wir starteten den Peekaboo Trail bis etwa zur Hälfte, gingen die extra mile und machten den Navajo Loop Trail, der es in sich hat. Besonders wenn man den Weg gemacht haben wie wir, nämlich von unten nach oben. Praktisch alles an der Sonne, sehr steil mit unzähligen Kuren. Aber irgendwann haben wir das geschafft und kamen wir verschwitzt am Sunset Point an. Von da aus war das Panorama sensationell schön, atemberaubend!
Wir machten Mittagspause an einem der vielen Picknick Tischen und ruhten uns ein wenig aus. Da wir nicht genug vom Panorama sehen konnten liefen wir am Rim entlang bis zum Sunrise Point und stiegen da wieder in den Shuttle Bus, welcher uns nach Bryce Canyon City brachte.
Wir schlenderten dort in dem Gift Stores umher, genossen Ice Cream an der Sonne, kauften ein paar Souvenirs und landeten schlussendlich in einem Mineralien Geschäft. Man konnte dort kleine Kristalle für ein paar Dollar kaufen oder aufgeschliffene grosse Steine bis 15000 Dollar. Wir kauften 2 Faust grosse Steine für je 12 Dollar, welche aber noch geschlossen waren und aussahen, als würde man die überall auf der Strasse finden. Das tolle war, die Steine wurden vor unseren Augen aufgeschnitten, was etwa 3 bis 4 Minuten dauerte und der Kollege erzählte uns, woher die Steine sind, wie alt etc. Unsere Steine sind etwa 6 bis 8 Millionen alt. Man stelle sich das mal vor. Nach dem Aufschneiden sah man anhand des „Inhaltes“ was für Mineralien drinn sind. Faszinierend was uns der Mann für informationen gab. Eine schöne Erinnerung mit einer tollen Geschichte.
Gegen 16:30 kamen wir wieder im B&B an, müde aber zurieden. Auf auswärts Essen gehen hatten wir keine Lust, so kauften wir im Supermarkt was lekeres ein und genossen auf der Sonnenterasse unsere Pies.
Morgen Abend übernachten wir in Page, aber vorher schauen wir noch beim Zion National Park kurz vorbei, unser 4. Besuch.
Nachdem wiederum grandiosen Frühstück fuhren wir kurz nach 7:30 los, kauften um die Ecke bei einem Coffee drive inn einen guten Cafe und schon waren wir auf dem Weg Richtung Zion Nationalpark. Es ist das erste Mal, dass wir den Park von dieser Seite her besuchen. Alles ging flott, wir fuhren in den Park hinein und dann fuhren wir etliche Kilometer durch eine wunderbare Strecke Bergstrecke, bis wir in die Nähe eines Tunnels fuhren. Es handelt sich um den 1930 gebauten Mount Carmel Tunnel.
Eine grosse Warteschlange vor uns, obwohl es erst 9 Uhr war. Der Grund ist folgendermassen: Der Tunnel ist 1.7km lang und grosse Fahrzeuge wie Wohnmobile oder Reisebusse (über 2.4m Breit und 3.4m Hoch) dürfen den Tunnel nur in der Mitte des zweispurigen Tunnels befahren, wofür am ende der Gegenverkehr gestoppt werden muss. Ein Ärgerniss sondergleichen, da sehr viele Wohnmobile den Zion Park auch von dieser Seite her befahren. Ab Mitte 2026 ist schluss damit, dann sind Wohnmobile durch den Tunnel nicht mehr erlaubt, diese müssen dann einen etwa 45 minütigen Umweg machen, oder die andere Einfahrt via Springdale benutzen. Wir konnten den Tunnel normal mit Gegenverkehr benutzen, es war schon relativ eng und vorallem sehr dunkel.
Der Zion National Park liegt im Westen der USA, im Bundesstaat Utah. Die nächste größere Stadt ist Las Vegas, welches etwa 2 Stunden entfernt liegt. Der wichtigste Teil des Parks ist der Canyon, also eine Schlucht, durch die sich der Fluss Virgin River schlängelt. Das Besondere am Zion ist, dass man nicht wie z. B. am Grand Canyon nur an der Abbruchkante steht. Die meisten Sehenswürdigkeiten liegen mitten in der Schlucht und zu höheren Aussichtspunkten kann man dann wandern oder fahren.
Wir glaubten es kaum, aber alle Parkplätze an der Strasse, Nebenstrassen, der Riesen grosse Park&Ride Parkplatz – alles voll mit Autos. Was nun? Wir fuhren weiter nach Springdale und fanden bei einem Park noch ein paar freie Parkplätze. OK, 27 USD sind nicht wenig, aber uns war es das Wert. Direkt neben den Parkplätzen war auch die Shuttle Bus Haltestelle. Wir fuhren mit dem Shuttle Bus zum Visitor Center, wechselten da den Shuttle Bus, welcher zum Canyon hineinfuhr. Es gibt 9 Haltestellen wo man beliebig Ein und aussteigen kann, und an jeder Haltestelle startet eine kleine oder grössere und mehrere Wanderungen. Wir fuhren bis zur Endstation Temple of Sinawava, von dort aus starten die Wanderungen zu den Narrows.
Die Narrows sind der schmalste Abschnitt des Zion Canyon. Die Wände der engen Schlucht ragen über 300 Meter in die Höhe. Unten fließt der Virgin River durch die Felsen. Je nach Wasserstand ist der Fluss sechs bis neun Meter breit. Das spielt insofern eine Rolle, als dass es bei der Wanderung entlang der Narrows durch das Wasser geht, was je nach Strömung gefährlich werden kann. Unzählige Touristen machten sich auf Weg dahin. Wir machten eine Wanderung bis ganz nch hinten, immer am Vorgin River entlang. Von den Temperaturen her sehr angenehm, Kurze Hosen und Shirt reichten allemal.
Wir liefen das gleiche Stück zurück, nahmen den Shuttle Bus bis zur Station the Grotto, wo wir austiegen und eine kleine Wanderung bis in die Zion Lodge machten. Dort hat es eine riesen grose Wiese mit einem noch grösseren Baum der Schatten spendete. Wir machten dort Mittagspause, kauften eine kleine Pizza, assen unsere leckeren Brötchen und Früchte und genossen die Sonne. Im Souvenier Shop schauten wir auch noch vorbei und kauften kleine Andenken.
Mit dem Shuttle Bus ging es wieder zurück nach Springdale, denn wir mussten noch 2.5 Stunden bis nach Page fahren. Aber wir liessen es uns nicht nehmen im Hotel, wo wir 2016 bereits übernachteten, vorbeizuschauen und ein Stück Bumbleberry Kuchen zu essen. Köstlich, es schmeckte wie damals.
Mit vollen Bäuchen sassen wir leider schon wieder im Auto Richtung Page, welches im Bundesstaat Arizona liegt. Es war ein zähes Stück, man konnte zwar immer 65mp/h (etwa 105 km/h) fahren, aber es ging die 2.5h fast nur immer gerade aus, was doch ein wenig ermüdend war.
In Arizona drehen die Uhren anders, eine Stunde retour und die Temperaturen bei 32 Grad. Das Hotel ist relativ neu und dementsprechend gut ausgestattet. Wieso es einen Indoor aber keinen Outdoor Pool gab, war uns schleierhaft, besonders bei den Temperaturen die sicher bis ende Oktober bei 25 bis 30 Grad liegen.
Vor dem Essen kauften wir noch ein paar Lebensmittel und vorallem Wasser ein. Heute gab es Asiatisch, eine willkommene Abwechslung. Wir fuhren noch zu einem lockout und machten noch tolle Bilder vom Sonnenuntergang, hier beteits schon um 18:22.
Morgen wieder volles Programm, langweilig wir es uns nicht 😊
Erster Morgen in Arizona. Man merkt es ist Wüstenklima, trocken und am morgen an der Sonne schon zu heiss.
Unser erstes Highlight war der Horse Shoe Bend, welcher nur etwa 10 Auto Minuten von unserem Hotel entfernt liegt. Gegenüber vor 10 Jahren sieht die Umgebung etwas anders aus, neu zahlt man 10 USD für den Parkplatz und es hat auch Toiletten.
Der Horseshoe Bend ist eine beeindruckende geologische Formation am Colorado River, bei der der Fluss eine fast 270-Grad-Kurve um eine hohe Felsklippe macht. Die Höhe der Klippe, von der aus Besucher auf den Fluss blicken, beträgt fast 300 Meter, was die Aussicht besonders spektakulär macht. Die Größe des Horseshoe Bend selbst ist enorm, mit einem Durchmesser von etwa 450 Metern. Die gigantische Weite und Tiefe des Canyons, gepaart mit dem tiefblauen Wasser des Colorado River, das sich durch die rote Wüstenlandschaft schlängelt, machen diesen Ort zu einem einzigartigen Naturwunder. Horseshoe Bend ist besonders bei Fotografen und Naturfreunden beliebt, die das eindrucksvolle Panorama genießen wollen.
Um 9 Uhr machte das Besucherzentrum des Glen Canyon Damm auf. Das Besucherzentrum bietet eine Fülle von Informationen über die Geschichte des Dammbaus, die Bedeutung des Colorado Rivers und die Herausforderungen des Wassermanagements im Westen der USA. Durch Ausstellungen und interaktive Displays können Besucher mehr über die Umweltaspekte und die Ingenieurkunst des Damms erfahren. Außerdem gibt es eine Aussichtsplattform, von der aus man einen beeindruckenden Blick auf den Damm und den darunter liegenden Colorado River hat.
Der Glen Canyon Dam ist ein massiver Staudamm am Colorado River, der zwischen 1956 und 1966 erbaut wurde. Er staut den Fluss auf und erschafft den Lake Powell, den zweitgrößten künstlichen See der USA. Der Hauptzweck des Staudamms ist die Wasserregulierung und -speicherung für landwirtschaftliche Bewässerung, städtische Wasserversorgung und Stromerzeugung. Der Damm ist ein beeindruckendes Bauwerk, 216 Meter hoch und fast 475 Meter lang. Die am Damm installierten Wasserkraftwerke erzeugen Strom für mehrere Staaten im Westen der USA, wodurch der Glen Canyon Dam eine bedeutende Rolle in der Energieversorgung der Region spielt.
Immer wieder interessant zu sehen und nachzulesen, wie man vor fast 70 Jahren schon in der Lage war solche Bauwerke zu planen und zu realisieren. Heute hat man immer noch Probleme mit solchen Monumentalen Bauwerken, trotz modernster Technik.
Beindruckt ging es weiter und wir fuhren ein paar Kilometer dem Lake Powell entlang, wo es unzählige Camping Plätze hat und auch einen imposanten Yachthafen, wo man Boote oder Schiffe von klein bis riesen Gross sieht.
Da wir um 13 Uhr eine Führung durch Antelope Canyon X gebucht haben, mussten wir ein wenig früher Mittagessen. Ein leckeres Sandwich von Subway und ein feiner Salat, dazu kühle Getränke waren genau das richtige.
Der Antelope Canyon X ist ein weniger bekannter Abschnitt des Antelope Canyon und nicht zu verwechseln mit den bekannetern Upper und Lower Antelope Canyon, welche wir vor 10 Jahren schon mal besucht haben.
Der Canyon ist in zwei Teile unterteilt und eine ruhigere (und massiv billigere) Alternative zu de berühmteren Upper und Lower Antelope Canyons. Durch die Erosion des roten Sandsteins haben sich außergewöhnliche Formen gebildet und die von oben hereinfallende Sonne bildet Farb- und Lichtspiele, die stetig wechseln. In den Sommermonaten fallen in der Mittagszeit sogenannte „Beams“, gebündelte Lichtstrahlen, in den Canyon, die für ein besonderes Schauspiel sorgen. Grandios, das muss man unbedingt gesehen haben, sehr eindrücklich.
Abendessen ist in der Pampa meistens wie ein Glücksspiel. Gestern beim Asiaten war es ganz OK, aber ich bin da eher skeptisch, wenn das Essen 5 Minuten nach der Bestellung auf dem Tisch steht, egal was man bestellt. Auf dem Weg zum Antelope Canyon sahen wir auf der linken Seite zwei riesen grosse Smoker, dazu ein Schild Big John Texas BBQ. Das klingt doch fantastisch, sogar einmalig.
Und es war einmalig, wir dachten wir sind in Texas auf einer Ranch. Das Fleisch butterzart, dazu Coleslaw und Cowboy Beans – sowas hatten wir auf dieser Reise noch nie. Ein Sensationeller Tag, von früh bis spät.
Wir haben uns die 2 Tage in Page immer wieder gewundert, wieso die Zeit einmal eine Stunde vor und dann wieder zurückgewandert ist. Nach langer Suche gibt es eine einfache Erklärung: Wenn es in Page zb. 14 Uhr ist, dann ist es in den Gebieten der Navajo (Indianer oder Natives) schon 15 Uhr. Die Navajos benutzen die Sommer/Winterzeit, aber in Arizona nicht. Damit es für die Touristen nicht so kompliziert ist, gelten für alle gebuchten Touren in den Gebieten der Navajos die Zeit in Page, obwohl es in den Navajo Gebieten eine Stunde später ist 🤣.
Ein Besuch im Supermarkt, ein Cafe bei Starbucks und los ging es auf die Reise von Page nach Sedona. Wir machten einen kleinen Umweg, um die bekannte Navajo Brücke zu bestaunen. Eigentlich sind es zwei, fast baugleiche Brücken. Die Originale wurde 1929 gebaut, diese dient heute aber nur noch als Fussgänger Brücke. Direkt, daneben wurde 1995 die neue Brücke gebaut, welche auch problemlos die Trucks und Busse aushält. Die beiden Brücken überspannen den Marble Canyon am Colorado River.
Es hatte sehr wenige Touristen, dafür etliche Vogelfreunde, denn hier sieht man oft den Kalifornien Kondor, der nebst dem Anden Kondor der grösste seiner Gatung ist. Der ausgewachsene Kalifornien Kondor hat eine Spannweite von 2.5 bis 3m, man stelle sich das mal vor.
Wir mussten weiter, und erreichten das Sunset Crater Volcano National Monument genau zur Mittagszeit. Wie üblich in den Parks hat es überall sehr schöne Picknick Gelegenheiten und so machten wir im Schatten gemütlich Mittagspause. Anschliessend besuchten wir noch das Visitor Center und informierten uns was wir so mache könnten.
Der Sunset Crater ist ein erloschener Vulkan, der nach seinem Ausbruch um das Jahr 1085 n. Chr. benannt wurde und dessen Name ("Sonnenuntergangskrater") sich von der rot oxidierten Asche an seiner Spitze ableitet, die bei Sonnenuntergang besonders intensiv leuchtet. Als jüngster Schlackenkegel im San Francisco Volcanic Field hat der Vulkanausbruch die Landschaft radikal verändert, war aber auch der letzte im Gebiet, obwohl es noch über 400 weitere Vulkane im Feld gibt. Wir fuhren ein paar Kilometer in de Park hinein und liefen den Lava Flow Trail.
Während dieser landschaftlich sehr abwechslungsreichen und interessanten Wanderung gelangt man zu Stellen, an denen die Lava aus Rissen im Erdinnern mehrere Meter hoch empor gequetscht wurde, zu kleineren Kratern und zum Eingang eines etwa 70 Meter langen Lavatunnels. Solche Lavaröhren entstanden, als die Oberfläche der Lavaströme abkühlte und erstarrte, während die heiße Lava im Innern mit hoher Geschwindigkeit weiterfloss. Im Innern dieser Höhle sammelt sich im Winter Eis, das wegen mangelnder Luftzirkulation meist erst im Juli zu schmelzen beginnt. Im Frühjahr blühen zwischen den dunklen Lavasteinen zahlreiche schöne Wildblumen.
Es war unglaublich toll, und vorallem interessant zu sehen, wie auf diesem Gebiet alles wieder (nach) wächst, nur viel bunter und schöner. Ein echter Geheimtipp dieser Park, der nur von etwa 100‘000 Touristen pro Jahr besucht wird.
Wir hatten noch 2 Stunden Autofahrt vor uns, und wir merkten je südlicher wir sind, umso wärmer wurde es. In Sedona angekommen zeigte das Thermometer 36 Grad, so heiss hatten wir es auf dieser Reise noch nie. Wir bekamen ein tolles Zimmer, mit Blick in die Berge. Alles verstaut, frisch gemacht und um 17 Uhr gingen wir zu Fuss ins Zentrum. Es war verdammt heiss, zum Glück geht die Sonne bald unter.
Da Sedona doch städtischer ist alle alles andere, wo wir bisher übernachtet haben, hatten wir eine schöne Auswahl an guten Restaurants und Geschäften. Wir liessen es uns gut gehen, trotz der Hitze. In Phoenix, etwa 150km entfernt ist es 42 Grad, da sind wir doch froh hier zu sein.
In Anbetracht der Hitze haben wir relativ gut geschlafen, nur 1 mal in der Nacht kurz die Klimaanlage eingeschaltet. Morgens um 06:30 war es angenehm 18 Grad und wir frühstückten draussen beim Hotel. Allerdings holten wir uns in der Bäkerei auf der anderen Seite der Strasse guten Cafe und superleckere Croissants.
Um 8 Uhr fuhren wir los Richtung Red Rock State Park, welcher nur etwa 15 Auto Minuten entfernt liegt. Da es sich um einen State Park und nicht um einen Nationalpark handelt, mussten wir 20 USD Eintritt bezahlen. Das Visitor Center macht erst um 9 Uhr auf, auf das hinderte uns nicht die Umgebung anzuschauen und wir suchten 2 kleine Trails aus.
Der Red Rock State Park ist gut erschlossen. Allerdings bezieht sich das auf die Wanderwege. Die Strasse endet beim Visitor Center und von hier aus macht man sich zu Fuss auf den Weg. Wir überquerten den Oak Creek, welcher ganzjährig Wasser führt, über die Kingfisher Bridge und bogen dann auf den hübsch angelegten und durch das Hinterland führenden Apache Fire Trail ab. Wir besichtigten das House of Apache Fires, welches ein wohlhabendes Ehepaar in den 1940er Jahren vor Errichtung des State Parks baute. Über den Javalina Trailkehrten wir zum Visitor Center zurück.
Ach ja, da war noch der Rattlesnake Trail, den wir liefen. Aber nach etwa 50, 60 Metern sah ich auf der linken Seite eine etwa 1m lange Schlangenhaut. Es scheint das sich vor nicht allzu langer Zeit eine Rattlesnake gehäutet hat. Unsere Schritte wurden schneller und wir stampften ein wenig mit den Füssen.
Die idyllische, knapp vier Kilomter lange Wanderung hat uns sehr gut gefallen, auch wenn uns das schwülwarme Wetter mit einer Temperatur von jetzt schon 28 Grad einiges abforderte. Die Luftfeuchtigkeit ist in den letzten Tagen deutlich angestiegen, was darauf schliessen lässt, dass die Monsoon Season, also die Regenzeit mit starken Gewittern am Nachmittag, im Anzug ist. Wir verliessen den Red Rock State Park und fuhren über die Loop Road mit einigen schönen Aussichtspunkten nach Sedona und zu unserer Überraschung war kurz vor Mittag ein Parkplatz schnell gefunden.
Wir assen in einem superfeinen Restaurant, total Organic und local und die Crew machte einen unglaublich gelassenen Eindruck. Sedona ist in New Age Kreisen sehr bekannt und angesehen, da sollen gute Vibes vorhanden sein. Wir hatten 1 Avocado Brot (Das beste welches ich je gegessen habe), dazu einen Quinoa Salat und ein Coconut Wasser und wir bezahlten 66 USD 😀. Als Karin nach ein bischen mehr Salat Dressing fragte, mussten wir nochmals 3.87 USD bezahlen. Egal, es schmeckte ausgezeichnet, vielleicht das beste Essen was wir bisher hatten.
An irgendwelche Outdooraktivitäten war nicht mehr zu denken, das Thermometer im Auto zeigte 101 Fahreneinheit an (38.3 Grad) und so beschlossen wir die schönen Läden abzuklappern, denn diese hatten alle Klimaanlagen. Eigentlich wollten wir nichts kaufen, aber wir landeten in einem Shop mit dem schönen Namen Pepper Palace – from wild to mild! Hier werden Saucen aller Art verkauft, alles local mit den besten Zutanten und von Hand hergestellt. Man konnte jede der vielleicht 100 verschiedenen Saucen kosten. Am Schluss kauften wir 9 Flaschen, 4 grosse und 5 kleiner. Billig war es nicht, aber für eine Pauschale werden die Saucen zu uns nach Hause geliefert.
Auf dem Weg zum Hotel besuchten wir noch eine der vielleicht schönst gelegen und architektonisch extravaganteste Kirche die wir je gesehen haben. Chapel of the holy Cross heisst die Kirche. Es ist eine römisch katholische Kapelle, die architektonisch in die Roten Felsformationen integriert wurde. Pro Jahr besuchten über 1 Million Leute die Kapelle.
Es war gegen 15 Uhr, wir nassgeschwitzt bis auf die Unterhosen. Also zurück zum Hotel und rein in den Pool. Herrlich diese Erfrischung.
Heute Abend gab es für einmal Pizza, welche in einem Holzofen zubereitet wurden. Und es schmeckte, auch unser Geldbeutel hatte für einmal seine Freude daran.
Für heute Abend haben wir was besonderes vor, respektive gebucht. Wir fahren mit einem Guide in die Wüste und werden Sterne beobachten, die Milchstrasse und was auch immer es zu beobachten gibt. Wir haben den Typen gestern Abend in Zentrum kennengelernt. Er war dort mit einem riesigen, etwa 2m grossem Teleskop vor Ort und schaute Richtung Felsen und Richtung Himmel. Er erzählte uns, was er macht, was er anbietet.
Aktuell hat es ein paar grössere Wolken, aber er wird uns Bescheid geben, ob es heute Abend was wird oder nicht. Wir hoffen doch sehr, denn die Bilder, welche er uns gezeigt hat, sind einfach sensationell.
Das mit der Milchstrasse und Sternen beobachten mussten wir leider streichen, denn es zog ein Gewitter auf und es regnete zwar nur leicht, aber es blitzte und donnerte und der Himmel war auch bedekt. Unser Guide war schon lange vor Ort und schrieb uns alle halbe Stunde, um mitzuteilen, ob es Sinn macht oder nicht. Um 21:30 entschieden wir uns schweren Herzens nicht rauszufahren, es hätte wegen den dicken Wolken nichts gebracht.
Morgens um 05:30 das nächste Gewitter, wie gestern nur ein wenig Regen aber unglaublich viele Blitze in den Bergen vor uns. So fuhren wir bei bedecktem Himmel und leichtem Regen los.
Heute stand die längste Fahrstrecke auf dem Program, von Sedona nach Santa Fe, total knapp 700km. Nach etwa 90 Minuten machten wir den ersten halt, welcher uns zum Meteor Crater führte. Wir bezahlten brav die 58 USD Eintritt und wurden nicht entäuscht.
Wir hatten Glück, denn das Gewitter machte eine leichtem schwenker, so dass wir zum Krater rauslaufen konnten. Was war das für ein Ausblick! Der Krater hat einen Durchmesser von 1200m und eine Tiefe von 180m. Das Außerirdische Geschoss löste mit seinen 50 m Durchmesser nicht nur ein Erdbeben der Stärke 5.5 aus, sondern entfesselte neben einem riesigen Feuerball eine gewaltige Druckwelle, welche sich mit einer Geschwindigkeit von 2000 km/h vom Einschlagpunkt aus ringförmig ausbreitete. In einem Radius von bis zu 22 km wurde alles verwüstet, selbst in 40 km Entfernung hatte die Welle noch Orkanstärke! Das alles passierte vor 50‘000 Jahren. Der Meteorit verdampfte größtenteils, aber einige Eisenfragmente wurden im Umland gefunden. Doch schon innerhalb eines Jahrhunderts hatte sich die betroffene Landschaft davon weitestgehend erholt.
Im Visitor Center hat es eine riesige Ausstellung. Für Jung und Alt gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, sich näher mit dem sonst eher abstrakten Thema Weltall zu beschäftigen und mit Meteoriten, Sternen, Sonnen, Planeten und Kometen interaktiv, warm zu werden". So lassen sich viele Ausstellungsstücke intuitiv bedienen und geben auf interessante Art und Weise Aufschluss über Aussehen und Beschaffenheit diverser Himmelskörper. Auch ist das bisher größte gefundene Bruchstück meteoritischen Eisens zu besichtigen.
Ein Teil der Ausstellung befasst sich mit dem Apollo-Programm der NASA, welches Mitte der 60er Jahre des 20.Jahrhunderts gestartet wurde und die ersten Menschen auf den Mond brachte. Im Meteor Crater (Barringer Crater) wurden ausgiebige Tests des Mondfahrzeugs und weiteren Equipments durchgeführt. Es verwundert also nicht, dass etliche Exponate einen direkten Bezug zu diesem tollkühnen Wagnis aufweisen. Wer den Rundgang nun im Innenhof des Besucherzentrums fortsetzt, kann eine Landekapsel der Mondmission entdecken. Dieses Exponat diente allerdings nur Testzwecken.
Der Umweg hat sich mehr als gelohnt, uns hat es extrem gut gefallen. Wir wären gerne länger geblieben, aber wir mussten wieder los, denn wir wollten noch zum Petrified Forest Nation Park, der etwa weitere 90 Minuten entfernt liegt. Auch hier können wir sagen, es hat sich extrem gelohnt, auch wenn wir nur etwa 75 Minuten im Park verbringen konnten.
Der Petrified Forest National Park ist ein weiterer phänomenaler Ort im zauberhaften Südwesten der USA. Der Name ist Programm: Petrified Forest heißt zu deutsch "Versteinerter Wald", wobei "Wald" nicht ganz wörtlich zu nehmen ist. Einst war dieses Gebiet ein sogenanntes Schwemmland, welches von mehreren Flüssen durchzogen wurde.
Alles, was diese mit sich rissen, lagerte sich in dieser Senke ab. Es bestand auch eine eigene Flora und Fauna aus verschiedenen Baumarten und Riesenfarnen sowie Reptilien und kleineren Saurierarten. Fossile Überreste dieser Tiere sind heutzutage vor allen Dingen in der im Norden angrenzenden "Painted Desert" (bemalte Wüste - nach ihrer bunten Farbe benannt) immer wieder zu finden. Unaufhörlich transportierten die Flüsse feines Material in das Senkengebiet. Dadurch wurden die angeschwemmten Baumstämme völlig abgedeckt, von der Sauerstoffzufuhr abgeschnitten und somit der Fäulnisprozess gestoppt. Eine Verrottung war somit nicht mehr möglich.
Später drang nach und nach silikathaltiges Wasser in die Zellstrukturen der Stämme ein und entwickelte sich in einem langwierigen Prozess zu Quarz. Das in dem vorrangig aus Vulkanasche bestehenden Schlamm enthaltene Silicium versteinerte sozusagen und schloss die verschiedensten Mineralien, z.B. Eisenoxyd, ein - der Grund für die Farbenpracht, die wir nun bewundern können. Im Laufe der Zeit hob sich das Gebiet immer mehr an. Die entstehenden Spannungen der Erdschichten überstand das versteinerte Holz nicht unbeschadet - es zersprang, denn die Konsistenz der einstigen Bäume war nun ähnlich der von Glas - hart, aber spröde. Deshalb findet man nur Bruchstücke, wenn auch recht groß, aber keine intakten Stämme.
Durch die einsetzende Erosion - die Gegend lag nun oberhalb des Wasserspiegels - wurden in Jahrtausenden die verschiedensten Sedimente wieder abgetragen und somit die oberste Schicht der abgelagerten Hölzer freigelegt. Den größten Teil werden wir erst in ein "paar" Jahren bewundern können - die Schichtdicke der Ablagerungen beträgt in der Gegend etwa 90 m!
Auch hier, ein absoluter Geheimtipp. Der Petrified Forest National Park wollte man unbedingt besuchen, wenn man in der Gegend ist.
Nach dem Mittagessen fuhren wir weiter, überquerten die Grenze zum Bundesstaat New Mexico und verloren in gewonne Stunde der Zeitverschiebung in Arizona wieder. Endlich kamen wir nach Albuquerque, eine Stadt mit etwa 560‘000 Einwohner, Verkehrschaos pur, 6 Spuren Autobahn aber wird fuhren mit Schritttempo für etwa eine halbe Stunde.
Nach weiteren 45 Minuten kamen wir in Santa Fe an, das Hotel befand sich etwas ausserhalb der Stadt. Wir gingen als erstes etwas Essen und anschliessend war Wäsche angesagt, das zweite mal bisher.
Ein langer Tag ging zu Ende. Morgen geht es nach Santa Fe und das Auto bleibt wo es ist.
Wir schliefen ein wenig länger als sonst, denn ausser in die Innenstadt von Santa Fe zu fahren hatten wir nicht vor. Das Frühstück war wie immer (Wenn wir nicht in einem Cafe gefrühstückt haben) das heisst: Rührei, Toast und irgendwelche Cereals. Einfach aber ganz ok.
Wir hatten eine Bushaltestelle in unmittelbarer Nähe des Hotels. Wir fragten an der Rezeption, ob man im Bus Cash bezahlen muss und ob es sicher sei. Er meinte, dass er seit 19 Jahren nicht mehr Bus gefahren sei, aber er meinte Cash oder mit der Karte sei möglich. Bezüglich der Sicherheit meinte er, man solle nicht neben komischen Typen sitzen, und im fall der Fälle habe der Busfahrer einen Notfallknopf und die Polizei mache sich sofort auf den Weg. Da waren wir beruhigt 😀
So sassen wir 09:04 im Bus ins Zentrum. Der Buss füllte sich langsam und in 25 Minuten waren wir in Santa Fe Downtown. Kurze Orientierung und schon waren wir auf dem richtigen Weg ins Zentrum. Zuerst besuchten wir einen wunderschönen, alten Buchladen mit einem angegliederten Cafe. Wir stöberten sicher 45 Minuten und kauften ein paar kleine Bücher. Langsam näherten wir uns dem Herz des Zentrums, dem Santa Fe Plaza.
Der Santa Fe Plaza bildet das Herz dieser Altstadt und hier herrscht auch immer geschäftiges Treiben. Auf der gepflegten Grünfläche kann man gemütlich eine Pause vom Stadtrundgang einlegen und den Musikern zuhören oder in den umliegenden Geschäften etwas shoppen. Dominierendes Gebäude an dem Platz ist der Palace of the Governors. Santa Fe ist eine recht alte Stadt, bereits im 12. Jahrhundert hatten sich Indianer hier angesiedelt, bis im 16. Jahrhundert die Spanier kamen. Anfang des 17. Jahrhunderts erklärte man Santa Fe zum Sitz des Gouverneurs von New Mexico und zu dieser Zeit wurde auch dieser Palast gebaut. Santa Fe ist damit die älteste Hauptstadt der USA. So sind wir also in einer historischen Stadt! Santa Fe ist auch bekannt für ihre Adobe Häuser.
Die Adobe Häuser sind ein dominierender Baustil, der auf der Verwendung von luftgetrockneten Lehmziegeln basiert und durch ihre charakteristischen Flachdächer, sichtbaren Holzträger (Vigas), abgerundeten Kanten und oft von Terrakotta gefärbten Wände besticht. Der Stil, auch als Pueblo Revival Architektur bekannt, erlebte im frühen 20. Jahrhundert eine Wiederbelebung, um den lokalen Tourismus zu fördern und die traditionelle Architektur der Region zu bewahren, einschließlich Elemente wie Nichos (in die Wand eingelassene Nischen).
Das vielleicht bekanneste Wahrzeichen der Stadt ist die Cathedral Basilica of St. Francis of Assissi. Diese im 19. Jahrhundert erbaute römisch-katholische Kathedrale wurde von Papst Benedict im Jahr 2005 persönlich zur Basilika erklärt. Eine schöne, einfache Kirche, nicht so prunkvoll wie bei uns in Europa, und die einzige Kirche die ich kenne welche einen Parkett Boden hat.
Das Umherlaufen macht bekanntlich Hunger und so hatten wir Mittagessen in einem tollen Restaurant. Es gab ein feines Curry und einen Salat mit einem Bison Burger – alles schmeckte ausgezeichnet.
Am Nachmittag besuchten wir noch das Georgia O‘ Keeffe Museum. O’Keeffe war eine amerikanische Kunstmalerin und lebte dauerhauft von 1949 bis zu ihrem Tod 1986 in Santa Fe. Ihr 1932 entstandenes Gemälde Jimson Weed / White Flower No. 1 wurde bei Sotheby‘s, New York City, im November 2014 für 44,4 Millionen Dollar versteigert. Damit wurde sie zur teuersten Malerin der Kunstgeschichte. Auf dem Kunstmarkt führt sie die Ranglisten der teuersten Künstlerinnen an. In den USA gilt sie heute als „Kunstikone“.
Wir haben vor ein paar Jahren im Beyeler Museum in Basel eine Ausstellung über sie gesehen und ein Kunst Druck von ihr gekauft (Ich sollte das Bild schon lange aufgängen, es liegt seit Jahren neben meinem Bett an der Wand 😀).
Da wir etwas ausserhalb der Stadt unser Hotel haben, sind die Möglichkeiten es guten Restaurants ein wenig eingeschränkt, aber schlussendlich wurden wir satt.
Insgesamt war Santa Fe ganz ok, aber wir würden nicht extra dahinfahren, aber für uns lag es auf dem Weg. Für die einen ist es die schönste Stadt in New Mexico, für uns eher nicht. Zu viele teure Galerien mit so Indianer Zeugs, was uns überhaupt nicht gefällt. Und man merkt total den Spanisch/mexikanischen Einschlag, sei es über die Lederwaren, Kleider Schmuck etc. welcher verkauft wird, die vielen mexikanischen Restaurants oder das praktisch nur Spanisch gereded wird.
Morgen geht es wieder nach Colorado, genauer gesagt fahren wir nach Durango.
Man merkt das es Sonntag war, denn es war sehr wenig Verkehr auf Strassen. Unser Ziel Durango liegt etwa 350km nördlich von Santa Fe. Da wir genug Zeit hatten, entschlossen wir uns noch einen Abstecher zu den den Earthships zu machen.
Wir fuhren etwa 75 Minuten zu der Ortschaft Taos. Man sah schon von Weiten die etwas spezielle Bauweise. Im Visitor Zetrum bekam man einen guten Überblick und für 9 USD Eintritt konnte man selbstständig eine kleine Führung machen. Es wurde anhand von Bildern, Informations Tafeln und Videos erklärt, was es ansich hat, ein Earthship zu bauen. Auf dem ganzen Gelände hat es 116 Häuser, welche bewohnt sind, die einen oder anderen kann man auch Mieten, oder für den Urlaub buchen.
Als Earthship bezeichnet man Gebäude einer bestimmten Bauweise, die nur durch passive solare Wärmegewinne und die Speicherung dieser mittels Masse geheizt oder durch natürliche Luftzirkulation gekühlt werden. Sie zeichnen sich zudem durch eine weitgehende Nutzung natürlicher und recycelter Baustoffe sowie ihre völlige Autarkie hinsichtlich Wärme, elektrischer Energie, Wasser und Abwasser aus.
Besonderes Merkmal ist die Verwendung von Zivilisationsabfällen als Baumaterial. So sind die geschlossenen Nord-, Ost- und Westwände fast immer aus gebrauchten Autoreifen aufgebaut. Diese sind wie Ziegelsteine im Verbund aufgeschichtet und mit komprimierter Erde gefüllt. Die so entstandene Wand dient als tragendes Bauteil und zudem durch ihre große, meist mehrere Tonnen schwere Masse als thermischer Speicher. Die der Sonne zugewandte Südfassade ist dagegen fast vollständig verglast. Die hier entstehenden solaren Wärmegewinne werden in den massiven Bauteilen über Tage und Wochen gespeichert, so dass keine klassische Heizung benötigt wird.
Füt interessierte gibt es hier mehr infos: https://earthship.com/visit/
Wir fuhren wieder los durch unglaublich schöne Berglandschaften, Hügel rauf und Hügel runter, und das fast ohne Kurven, immer gerade aus, sehr selten eine Ortschaft, aber durch verfärbte Wälder und immer noch grüne Wiesen.
Ein paar Minuten nach 12 Uhr machten wir in einem Dorf mit dem Namen Chama Mittagspause. Ein kleiner Philippinischer/mexikanischer Familienbetrieb lockte uns mit einfachen, aber feinem Essen an. Ein sehr guter Kaffee vis a vis des Restaurants und wir waren wieder auf dem Weg nach Durango.
Um knapp 15 Uhr sollten wir Durango erreichen, also waren wir gut in der Zeit. Wiederum fuhren wir auf knapp 2600m hoch, wieder runter, sahen riesige Farmen, hunderte von Rindern auf den Weiden (oder auf der Strasse) Wildpferde und Hirsche. In den USA ist es so, auf Landstrassen ist die Höchstgeschwindigkeit 60mp/h, was absolut ausreichend ist. Fährt mal eine Penntüte vor dir, kann man die immer auf Passing Lanes überholen. Das heisst, wenn es Berg auf geht, gibt es 2 Spuren und man überholt. Das haben wir dann gemacht, es ging relativ steil Berg auf und ich überholte das Auto erreichte scheinbar 82mp/h.
Das habe ich nicht geschätzt, das sagte uns der Sheriff, welcher uns mit den in den USA bekannten rot/blau blinkenden Lichtern folgte. Ich stellte den Blinker, denn wir dachten er ist auf einer anderen Mission, aber als er hinter uns langsamer wurde, da wurde uns klar, er meinte uns. Also den Motor ausgemacht, beide Hände aufs Lenkrad (so wie wir das aus den Filmen kennen) und als der Sheriff nebenan stand, öffnete ich das Fenster.
Er begrüsste uns freundlich, fragte wie es geht und dann so im Nebensatz, ob wir wissen, wieso er uns angehalten habe. Ich: hmmmm, Er: Du bist zu schnell gefahren, 82 statt 60. Ich: Ich glaube Berg Auf beim Überholen. Er fragte nach dem Führerausweis, ging zu seinem Auto, nach einer Minute kam er wieder zurück, sagte ok, bitte nicht zu schnell fahren, gab uns seine Visitenkarte, sagte take care und gute Reise. Uns viel ein Stern vom Herzen. Es geht also auch so, nicht on oben herab und belehrend.
Wir haben nachgelesen: Verkehrsübertretung der Klasse A: Geschwindigkeitsüberschreitung von 10-24 mph über der Höchstgeschwindigkeit. Die Bußgelder liegen bei 135 $ für 10-19 mph Überschreitung und 200 $ für 20-24 mph Überschreitung. Irgendwie liess er da Gnade vor Recht walten. Vielleicht auch weil ich Berg auf, auf der Überholspur war. Auf jedenfall war das eine Lehre.
Wir erreichten Durango pünktlich um 15 Uhr. Durango liegt fast auf 2000m und ist sehr beliebt im Sommer für Outdoor Aktivitäten wie River Rafting, Angeln, Fliegenfischen, Biken, Wander und Jagen. Im Winter sind die Skifahrer an der Reihe.
Eisenbahn Freunden ist natürlich die Durango and Silverton Narrow Gauge Railroad ein Begriff. Die Schmalspur-Museumseisenbahn hat eine Spurweite von 914,4 Millimetern (entsprechen 3 Fuß). Die Strecke verläuft auf einer Länge von 73 Kilometern zwischen den Städten Durango und Silverton. Die heutige Museumsstrecke ist eine Teilstrecke der ehemaligen Denver and Rio Grande Western Railroad. Die Strecke ist als National Historic Landmark sowie als National Historic Civil Engineering Landmarkausgezeichnet.
Für das Abendessen fanden wir eine alte Brauerei, welche nebst Bier auch vorzügliches Essen auf der Karte hatte. Zurück auf dem Weg zum Parkplatz fing es an zu Blitzen und Donnern und rund herum wurde alles schwarz. Wir fuhren los und kurz darauf fing es an zu Regen, es goss wie aus Kübeln und das Fahren war fast nicht möglich, aber irgendwie kamen wir im Hotel an, eine kurze, heftige Regendusche später waren wir auf dem Zimmer.
Erst mal eines vorweg, heute gab es den ganzen Tag keine Geschwindigkeits Überschreitungen und keinen Sheriff, der mit uns reden wollte.
Von der Landschaft her, war heute der vielleicht schönste Tag unserer Reise, wir konnten die Verfärbungen der Bäume auf unterschiedlichster Weise sehen.
Wie immer fuhren wir nach dem Frühstück los, heute endlich wieder bei strahlendem Sonnenschein. Die letzten beiden Tage war das Wetter ein wenig durchzogen mit vielen Gewittern, zwar fast kein Regen, aber es war nicht so gemütlich.
Wir fuhren von Durango nach Silverton – die gleiche Strecke fährt übrigens die Historische Esienbahn. Nach etwa 70 Minuten hatten wir Silverton erreicht. Wor fuhren über den den Molas Pass, welcher erstaunliche 3330m hoch ist. In Silverton machten wir eine Pause, fanden ein tolles Cafe wo man auch noch einen wunderbaren Schinken/Käse Toast bekam.
Silverton wurde nach Silberfunden in den 1870er Jahren gegründet und war rund zehn Jahre später mit dem Anschluss an das Eisenbahnnetz auf dem Höhepunkt seiner Geschichte angelangt. Es hat aber immer noch den Charakter einer Western Stadt und versprüht viel Charme.
In Silverton ist auch der Höchstgelegene (2850m) Harley Davidson Store der Welt, wo sich schon vor Landenöffnungszeiten etwa ein Dutzend Harleys breit machten.
Nun zum eigentlichen Höhepunkt: Von Silverton nach Ouray führt der Million Dollar Highway. Auf dem Weg dahin, überquerten wir den Red Mountain Pass, welcher auf 3358m liegt. Der gleichnamige Oberlook liegt nur unwesentlich tiefer auf ca. 3250m. Er bietet einen atemberaubenden Blick auf die Red Mountains.
Der Name „Million Dollar Highway“ ist nicht eindeutig geklärt, aber er leitet sich wahrscheinlich von einer der folgenden Theorien ab: die Straße kostete eine Million Dollar pro Meile im Bau, der Füllsand des Weges enthielt Gold, oder der Name bezieht sich auf die atemberaubenden Ausblicke, die eine Million Dollar wert sind. Wir finden jede Theorie kann stimmen. Die Qualität der Strassen auf dieser Höhe entspricht locker der Qualität der besten Autobahnen in der Schweiz.
Auf den 25 Meilen von Silverton nach Ouray sieht man die schönsten Panoramen, die schönsten Berge und vorallem die grösste Anzahl verfärbter Bäume und Wälder, welche wir je gesehen haben. Die Farben sind unglaublich kräftig, gelb, grün umd rot, ein Traum.
Aber bekanntlich endet jeder Traum einmal und so kamen wir gegen die Mittagszeit in Monrose an, kauften im Supermarkt etwas Leckeres, fuhren anschliessend 20 Minuten weiter zum Nationalpark Black Canyon of the Gunnison. Er schützt den zentralen Teil der Schlucht des Gunnison Rivers, einem Zufluss des Colorado River, die aufgrund des harten Gesteins außergewöhnlich steil ist.
Der Black Canyon ist eine tiefe Schlucht, durch die der Gunnison River fließt. Er ist so schmal, dass nur sehr wenig Sonnenlicht bis auf den Grund fällt, was die Wände dunkel bis schwarz erscheinen lässt und so dem Canyon seinem Namen gab. Am Chasm Overlook-Aussichtspunkt erreicht er eine Tiefe von 555 m bei nur 345 m zwischen den Rändern der Schlucht. Der Fluss gräbt sich etwa drei Zentimeter pro Jahrhundert weiter ein.
Im Visitor Center machten wir Mittagspause und genossen die Sonnentralen.
Bis zu umserem Nachtlager in der Stadt Salida sind es noch über 2 Stunden und führte uns durch den letzten Pass, mit dem schönen Namen Monarch Pass, welcher sogar auf 3448m liegt. Innerhalb von vielleicht 5 Stunden sind wir 3 Pässe gefahren, welche zwischen 3330m und 3448m über Meer liegen. Der höchstbefahrene Pass in der Schweiz ist der Umbrail Pass, welcher nur auf 2501m liegt. In den USA fährt man auf die höchsten Pässe, auf Strassen die wie Autobahnen sind, Berg Aufwärts immer 2 Spurig. Vor zwei Jahren sind wir hier in Colorado auf den Pikes Peak gefahren, der ist sogar 4300m hoch!
Um 16 Uhr sind wir in Salida angekommen, alles aufs Zimmer gebracht und ab in die Stadt. Es gibt tolle, kleine Geschäfte und noch ein viel besseres Restaurant, wo wir schon zweimal Essen gegangen sind
Heute Abend ist unsere letzte Übernachtung, bevor wir das Auto abgeben und die restlichen 4 Tage in Denver verbringen. Aber bevor wir in Colorado Springs eintreffen, besuchten wir noch einen Nationalpark, den wir noch nie besucht haben.
Es handelt sich um the Great Sand Dunes. Wir fuhren heute morgen um 8 Uhr los und erreichten etwa 90 Minuten später das Visitor Center. Es ist hier wie in wirklich jedem Visitor Center in jedem Nationalpark: Es ist unglaublich, was man für Informationen bekommt. Man kann mit diversen Ranger sprechen, sie nach Tipps oder Anregungen fragen, es hat immer kurz Videos oder manchmal sogar 15 bis 20 Minütige Filme. Es gibt grosse Informations Tafeln mit aktuellen Infos oder über die Geschichte des jeweiligen Nationalparks.
Die Grossen Sanddünen liegen etwa 230km von Denver entfernt und haben eine Grösse von ca. 80 Quadratkilometer und sind mit einer höhe von 230m die höchsten Dünen Nordamerikas.
Die Sanddünen sind rund 12.000 Jahre alt und entstanden durch Sandablagerungen des Rio Grandeund seiner Nebenflüsse. Über Jahrtausende haben westliche Windedie Sandkörner von den Flussufern durch das Tal geweht und auf deren Ostseite, am Fuß der Sangre de Cristo Range abgelagert. Durch die Berge wird die Windgeschwindigkeit langsamer und der Sand sowie kleine Steine wurden zu Dünen aufgehäuft. Dieser Vorgang dauert an und ändert täglich die Form der Dünen.
Durch viele kleine Bäche saugt der Sand Wasser auf, wodurch dieser schwerer wird und von den Winden nicht mehr fortgetragen werden kann. Selbst am höchsten Punkt der Dünen ist der Sand ein paar Zentimeter unter der Oberfläche feucht. Da mit der Austrocknung der Bäche auch die Dünen im Laufe der Zeit verschwinden würden, war die Sicherstellung der Wasserversorgung ein Grund für die Einrichtung des höheren Schutzstatus als Nationalpark im Jahr 2000.
Es war wunderschön in den Dünen. Wir hatten super Wetter und es wurde von Minute zu Minute wärmer, da der Sand die Wärme abstrahlt. Wir konnten nicht genug sehen und man musste aufpassen, dass man sich nicht verirrt, denn es sieht fast überall gleich aus. Für uns auch ein absoluter Geheimtipp.
Die letzte „längere“ Autofahrt brachte uns gegen 15 Uhr nach Colorado Springs. Wir stiegen im gleichen Hotel ab wie vor ein paar Jahren, welches etwa 15 Minuten auserhalb des Zentrums liegt. Wir bestellten uns ein Uber und fuhren nach dem Check In zum Flanegan Park, eine ideale Adresse, denn rundherum hat es diverse Restaurants, Boutiquen, Bücherläden oder desgleichen.
Wieder zurück im Hotel die gleiche Prozedur wie jedes Jahr. Alles, was wir für den Roadtripp gekauft haben (Kühlbox, Teller, Besteck, Tupperware etc.) musste irgendwie entsorgt werden. Alles wurde aus dem Auto geräumt, der Koffer, die Tasche und die Rucksäcke gepackt. So wird es ein leichtes Sein das Auto morgen zurückzubringen und nur noch das Gepäck auszuladen.
Nachdem wir gestern Abend alle unsere gekaufte „Ausrüstung“ in einer Nacht und Nebelaktion entsorgt hatten, konnten wir nach dem Frühstück beruhigt losfahren. Wir hatten genug Zeit, so fuhren wir erst um 08:30 los.
Wir fuhren etwa 90 Minuten zu einem Outlet Dorf, welches in der Nähe des Flughafens liegt. Obwohl unsere Gepäckstücke relativ voll waren, kauften wir für unseren Liebsten noch das eine und andere ein. Zusätzlich noch eine Kofferwaage, damit wir auf der sicheren Seite sind, sonst müssen wir noch eine Tasche kaufen.
Mittagspause machten wir im riesigen Foodcourt und um 12:30 ging es wieder los Richtung Flughafen, wo wir 25 Minuten später das Auto abgegeben haben. Wie immer alles sehr einfach und unkompliziert. Um kurz nach 13 Uhr sassen wir im Shuttle Bus, welcher uns zum Hauptgebäude brachte. Wir waren genau auf der Richtigen seite wo Uber und Co. Seine Passagiere empfängt. Ein Uber bestellt und 5 Minuten später waren wir auf dem Weg nach Denver Downtown. Wie immer gibt es sehr tolle Gespräche mit dem Fahrer und die 30 Minuten vergingen wie im Flug.
Obwohl noch nicht Check In Zeit war, war unser Zimmer bereit und wir verstauten alles und als erstes kam die Kofferwaagebzum Einsatz. Wir glaubten es kaum, aber nur 20.5kg und 21.5kg waren die beiden Gepäckstücke. Da geht also noch was.
Wir gingen kurz ins Zentrum, tranken was und schauten uns ein wenig um. Herrliche 27 Grad (obwohl es fast zu warm war) und das wird bis Sonntag so bleiben.
Abendessen in einer Stadt, da hat man immer die Qual der Wahl. Wir fanden was Tolles, die Preise natürlich höher als in der Pampa, dafür auch vielfältiger.
Noch kurz zu umserem Auto, welches uns fast 17 Tage sicher durch alles Berge gebracht hat. Man bedenke, wir waren selten unter 2000m unterwegs, meist zwischen 2500m umd 3000m über Meer. Also: wir mieteten einen Chevrolet Tahoe, ein Riesenauto mit 7 Plätzen. Der V8 Motor heulte beim Starten auf wie eine Rakete, aber beim Cruisen schnurrte er wie eine Katze. Die 400 PS brachten uns problemlos auf jeden Hügel und auf jeden noch so hohen Berg. Auf der Autobahn konnte man Überholen wenn es nötig war, da war nur ein kleiner Druck auf das Gaspedal notwendig. Supergut gefedert, so dass man nicht merkte, wenn die Strasse mal ein paar Schlaglöcher hatte. Alles in allem ein absolutes Traumauto auf amerikanischen Strassen. Bei uns zu Hause eher weniger, man könnte vermutlich nirgends parkieren.
In den 16 Tagen sind wir insgesamt 4980km gefahren, wir waren selber überrascht, uns kam das nicht so vor.
Bis Samstag bleiben wir in Denver, ich werde die nächsten beiden Tage zusammenfassen und am Freitag Abend den letzten Bericht (vor der Zusammenfassung) veröffentlichen.
Eigentlich wollte ich eine Denver Zusammenfassung schreiben, aber ich wurde unter Druck gesetzt täglich ein Update zu veröffentlichen – also mache ich das.
Unser Hotel liegt in der Nähe der Union Station, welche von Innen und natürlich aussen wunderschön anzuschauen ist, aber vorallem der Wartesaal hat es in sich. Wir bekamen ein superschönes und grosses Zimmer, da lässt es sich ein paar Tage aushalten. Gebucht haben wir bewusst ohne Frühstück, aber beim Check wurden uns Voucher für die 3 Tage ausgehändigt. Welche ein Glück, wir haben heute morgen a la Card gefrühstückt, mit Stoff Servietten und richtigem Besteck. Dazu wunderbaren Cafe und man konnte sich durch die Karte Essen.
Um 08:30 holte uns ein Uber Taxi ab, und brachte uns zum Colorado State Capitol Building, welches die Parlamentskammern von Colorado, und die Büros des Gouveneurs und des Vizegouverneurs von Colorado beherbergt. Das Gebäude erinnert bewusst an das United States Capitol. Das Gebäude wurde in den 1890er-Jahren aus weißem Colorado-Granit gebaut und im November 1894 in Betrieb genommen. Die markante Kuppel wurde 1908, im Gedenken an den Goldrausch in Colorado, vergoldet.
Das Capitol, mit dem die Bebauung des Capitol Hill District begann, liegt etwas höher als der Rest der Altstadt von Denver. Die Haupteingangshalle hat eine Innenhöhe von 55 m, so hoch wie ein 18-stöckiges Haus. In die 15. Stufe der Treppe am Westeingang ist der Hinweis „One Mile Above Sea Level.“ eingraviert. Von dieser Stufe, die eine Meile (1609 m) über dem Meeresspiegel liegt, kann man die Sonne hinter den Rocky Mountains untergehen sehen.
Im Inneren des Gebäudes wurde reichlich Colorado Rose Onyx, ein rosa Marmor aus verwendet. Dafür wurden die gesamten Vorkommen verbraucht. Weißer Yule Marble wurde im ganzen Capitol für die Fußböden verarbeitet.
In vielen Fenstern zeigen Glasmalereien Bilder von Personen oder Ereignissen aus der Geschichte Colorados. Die Hallen sind mit Porträts von allen Präsidenten der Vereinigten Staaten dekoriert. Lustigerweise wurde bei Portrait von Trump einfach ein Nachtrag gemacht, das heisst es steht Präsident von 2017 -2021 & 2025 -2029 und das Portrait erinnert an einen Mugshot, im Vergleich zu allen anderen Präsidenten, deren Portraits majestätisch wirkten.
Man konnte sich frei bewegen, überall hinengehen und sich umsehen. Sehr interessant und eindrücklich.
Lunch hatten wir in einem Foodcourt in der Nähe, es hab eine Poked bowl und Salat.
Um 14 Uhr buchten wir was besonderes: Hier in Denver gibt es natürlich auch ein Baseball Team, die Colorado Rockies. Die Rockies spielen im 1995 gebauten Coors Field. Wir buchten dort eine Stadion Tour und es war unglaublich interessant, auch wenn wir von Baseball keine grosse Ahnung hatten (haben wir auch nach der Führung nicht). Der Guide, ein 75 jähriger Kauz, erzählte uns über die Anfänge des Baseballs, gab Anekdoten zum Besten, nannte einen Rekord der Rockies nach dem anderen und führte uns in alle Räume, auf das Spielfeld usw. Wir hatten Riesenspaß und die knapp 2 Stunden vergingen wie im Flug.
Mich machte es neugierig und ich wollte wissen, wie gut die Colorado Rockies sind. Anhand unseres Guides Jim muss das ein top Team sein. Aber es sieht nicht gut aus, Man munkelt es sei das Schlechteste, oder zumindest auf dem Weg das Schlechteste Team der MLB Historie zu sein. Aber das Team gibt es erst seit 40 Jahren, da ist noch genug Zeit, um sich zu verbessern.
Wir waren den ganzen Tag bei knapp 30 Grad auf den Beinen, Abendessen gab es für einmal im Hotel. Super Essen zu einem guten Preis. Morgen der letzte ganze Tag in Denver, wir haben eine Idee, was wir machen werden.
Was ich gestern noch vergessen habe zu erwähnen: Hier wurde ich endlich mal meines Alters gewürdigt, denn mein Ticket für die Stadion Tour kostete nur 21 USD, statt 36 USD. Ab 55 gilt hier der AHV Rabatt, sehr löblich.
Das Frühstück war wie immer ausgezeichnet, so kann der Tag beginnen. Da auch heute Temperaturen von 32 Grad zu erwarten sind (nicht vergessen: Denver liegt auf 1609m) entschlossen wir uns ein wenig rauszufahren. Für nur 11 USD buchten wir 2 Retour Tickets von Denver nach Boulder. Die Busfahrt dauerte knapp 60 Minuten one way.
Boulder ist eine Universitätsstadt und liegt nicht weit von Denver, am Fuße der Rocky Mountains. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts lebten in der Region Arapaho, Ute, Cheyenne, Comanchen und Sioux Indianer. Die ersten Europäer erschienen hier erst um 1858. Zur Stadt wurde „Boulder City“ im Jahre 1871. Im Jahre 1873 erhielt die Stadt Anschluss ans Eisenbahnnetz. 1876 – im selben Jahr, in dem Colorado amerikanischer Bundesstaat wurde – eröffnete in Boulder auch die University of Colorado.
Der bestimmende Wirtschaftsfaktor der Region war bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts der Abbau von Gold, Silber und Kohle.
Etwa ein Drittel der Bevölkerung sind Studenten der University of Colorado, zusammen mit Lehrkräften und anderem Personal stellen Universitätsangehörige fast die Hälfte der Einwohner. Infolgedessen gilt die Stadt heute als eine der liberalsten des Bundesstaates. 1975 z. B. wurde Boulder die zweite Stadt landesweit, in der gleichgeschlechtliche Paare eine Heiratsgenehmigung erhalten konnten. In verschiedenen Rankings wird Boulder zu den gebildetsten, gesündesten, lebenswertesten, LGBT-freundlichsten sowie Städten mit dem besten Essensangebot in den USA gezählt. Aufgrund der für amerikanische Verhältnisse politisch recht weit linksstehenden Bevölkerung wird spöttisch manchmal von der „Volksrepublik Boulder“ gesprochen.
Das mit dem „besten Essangebot“ können wir bestätigen. Die Speisekarte des Restaurants, welches wir für den Lunch ausgesucht haben, machte uns die Auswahl nicht einfach. Der Umsichtige Kellner namens Forest hat uns vorzüglich beraten. Wir sassen zwar am Schatten, aber es war trotzdem relativ war und so waren wir froh gab es immer Wasser Nachschub. In den USA ist das Wasser in den Restaurants immer gratis, so spart man in ein paar Wochen ein paar hundert Dollars, wenn man nichts anderes trinken möchte. Das Wasser hier in Colorado schmeckt ausgezeichnet, das war in den letzten 3 Wochen nicht immer so.
In den USA ist das Wasser sehr oft stark Chlorhaltig, weil Chlor als Desinfektionsmittel eingesetzt wird, um Bakterien und andere Krankheitserreger abzutöten, die durch Wasser übertragen werden können. Diese Praxis entstand im 19. und frühen 20. Jahrhundert als Reaktion auf durch Wasser verursachte Krankheiten und ist eine weit verbreitete Methode, um die Sicherheit des Leitungswassers zu gewährleisten. Wir haben es trotzdem immer getrunken, es ist ein wenig gewöhnungsdürftig, aber nicht so schlimm.
Die Fussgängerzone in Boulder ist riesengross und es hat sehr viele schöne Geschäfte, Buchhandlungen, Restaurats, Eisdielen etc. Langweilig wurde es bestimmt nicht. Man sah auch Strassenmusiker und portable Marktstände.
Wir nahmen den 15 Uhr Bus wieder retour und kamen eine Stunde später wieder in Denver an. Wir kauften im Supermarkt noch was ein, tranken noch was Kühles an der Sonne, denn wann erleben wir in nächster Zeit nochmals über 30 Grad? Ich denke das wird frühestens in 8 Monaten der Fall sein.
Das letzte Abendessen auf amerikanischen Boden führte uns zu einem Italiener Namens Venice, den kannten wir vom letzten Aufenthalt her. Zurück im Hotel machten wir das Check In für den Flug von morgen und machten mal ein „probe packen“. Mit der neu gekauften 42 Liter Tasche ist das Gewicht dann besser verteilt. Geplant war der Taschen kauf nicht, aber in 3 Wochen kauft man dies und das, nahm von zu Hause wie immer zuviele Kleider mit, und plötzlich merkt man das es eng werden könnte.
Wir hoffen, dass wir morgen einen late Check out bekommen, denn unser Flug geht erst um 20 Uhr. Wir haben das mal angemeldet, bis 16 Uhr würde das 75 USD kosten, aber das ist es uns allemal Wert.
Direkt nach dem Frühstück gingen wir zur Rezeption und fragten nochmals nach wegen dem Late Check out. Zum Glück erinnerte sich der Typ von gestern Abend noch an uns, und er schaute nochmals nach. Bis 14 Uhr könne er uns kostenlos was geben. Das war aber zu wenig und als wir sagten bis 16 Uhr sollte es schon sein, wir bezahlen auch, da fiel der Groschen. Wir bezahlten die 100 USD (gesten sagte er noch was von 50 bis 75 USD) aber das ist egal. So hatten wir keinen Stress und konnten den letzten Tag gemütlich angehen.
Wir hatten noch Platz im Koffer, uns so liefen wir zu REI, das Outdoorgeschäft schlechthin in Denver und Umgebung. Auf sage und schreibe 8800m2 (ein Fussballfeld hat etwa 8400m2) findet man alles, aber auch wirklich alles, was Outdoorbegeisterte suchen. Unfassbar das Angebot, und das tolle daran, es sind nicht nur alle uns Europäern bekannten Brands vorhanden, sondern auch solche die man in Europa noch nicht kennt. Unsere Ausbeute: Ein paar Schuhe und zwei Jacken.
Wir liefen zur Union Station und stiegen da in den Gratisbus, welcher die 16th Street rauf und runter fährts. Zum Glück sind die Busse klimatisiert, denn es waren doch schon wieder 27 Grad, obwohl es erst 11 Uhr war. Die 16th Street Mall ist eine kilometerlange, fußgängerfreundliche Einkaufsstraße und ein beliebter Ort zum Einkaufen, Essen und Trinken in der Innenstadt von Denver. Man merkte das es Samstag war, denn es war allerhand los. Es lief plötzlich eine etwa 30 Mann/Frau Brassband an uns vorbei, links und rechts spielten Strassenmusiker zum Besten und es waren unzählige Attraktionen für Kinder vorhanden. Alles sehr friedlich, die Kinder freuten sich, die Erwachsenen ebenso, so soll das Wochenende beginnen.
Wir liessen uns treiben und waren kurz vor der Union Station noch was kleines Essen und gingen dann ins Hotel zurück. Wir ruhten uns ein wenig aus, packten die Koffern, und um kurz nach 16 Uhr holte uns das Uber ab und brachte uns in 45 Minuten zum flächenmässig grössten Flughafen der USA. Wir haben das Gepäck abgegeben, gingen durch die Security und direkt zur Lounge, wo es gemütlich und ruhig war, und alle Getränke und das Essen gratis war. Ich habe etwas zu Abend gegessen, da ich im Flieger, vermutlich erst um 21 Uhr, nichts mehr essen möchte. Um diese Zeit ist der Sitz zum Bett umfunktioniert und ich schlafe hoffentlich bald ein. Karin ist da ein wenig anders, die genoss das leichte Abendessen und erfreute sich am Board Program.
Noch ein wenig über Denver: Denver hat doch etwa 730‘000 Einwohner, aber es ist wie eine kleine Stadt. Sehr grün, sehr sauber und man braucht niemals Angst zu haben. Es gibt über 300 Sonnentage, im Sommer kann es bis 40 Grad warm werden (haben wir vor 2 Jahren erlebt) und im Winter sinkt das Thermometer selten zweistellig ins Minus. Die Luft ist auf dieser Höhe (1609m) eher trocken, aber nicht so schlimm. Alles in allem ist Denver eine unglaublich schöne und sehenswerte Stadt, ein absoluter Tipp.
Unser Flug dauerte genau 8:07h und wir waren in Dublin. Ein sehr angenehmer Flug, fast keine Turbulenzen oder sonst was, oder ich habe es im Tiefschlaf nicht bemerkt.
In Dublin hatten wir 5 Stunden Aufenthalt, aber das war nicht so schlimm, denn die Lounge ist ganz OK, es hatte ein gutes Buffet, gute Getränke und vorallem sehr bequeme Sessel. Die Zeit verging relativ schnell und schon mussten wir wieder boarden, denn um 16:55 ging der Flieger nach Zürich. Im Gegensatz zum Denver-Dublin Flug, wo es relativ warm im Flieger war, war es jetzt das pure Gegenteil und wir froren regelrecht.
Pünktlich kamen wir nebst hunderten im E Deck an, und quetschten uns in den Zug, anschliessend die Rolltreppe hoch und da traf uns fast der Schlag. Bei den Passkontrollen warteten hunderte Passagiere, nicht übertrieben. Das pure Chaos, keine Struktur, niemand der irgendwie die Passagiere in die nicht vorhandenen Reihen einweisen konnte. Typisch Zurich Airport. Natürlich den nächstbesten Zug verpasst und so hofften wir wenigstens, dass das Gepäck schon da war, Glück gehabt, es trudelte gerade ein. Kurz überlegen: Verzollen oder nicht? ich lief mal in die Richtung zum Verzollen, sah aber das bei „Nichts zu Verzollen“ niemand da stand, also noch eine links Kurve und wir hatten es geschaft.
Rein in die S24 und 52 Minuten später waren wir in Zug. Es war frisch und regnete. Der Bus kam auch ein paar Minuten später und um 22:15 hiess es wieder: home, sweet home.
Alles ausgepackt und in die Schränke gepackt, geduscht, die Post durchgesehen und nach Mitternacht gingen wir ins Bett. Die innere Uhr hatte erst 16 Uhr, mal schauen wie lange es wir im Bett aushalten.
Bis zum Wochenende gibt es wieder die Zusammenfassung.
USA, wieso jedes Jahr die USA?
Es ist für uns seit vielen Jahren eigentlich immer löar, dass wir die grossen Ferien in den USA verbringen wollen. Uns gefällt es im Land der Unbegrenzten Möglichkeiten sehr gut. Die Frage ist eigentlich nur immer, wohin in den USA und was machen wir. Bisher haben wir den mittleren Westen und die Westküste befahren und kennen diesen Teil relativ gut. Uns gefällt die Natur unglaublich, vor allem die diversen Nationalpärke, welche unabhängig voneinander einzigartig sind. Es sind nicht nur die Touristen, welche gerne dort sind, sondern auch sehr sehr viele Amerikaner. Es gibt Nationalparks welche wir schon 4 mal besucht haben, uns solche die wir das erste Mal auf dem Plan hatten. Wir wurden noch nie enttäuscht. Das fängt mir der Reise dorthin ab, die Visitor Center sind immer einmalig, die Parks sind immer sehr sauber und gepflegt. Es hat immer Ranger Programme, das heisst, man schliesst sich einem Ranger an und der erzählt über ein aktuelles Thema im Park, oder macht kleine Exkursionen oder Wanderungen im Park, beantwortet Fragen etc. Das gleiche gibt es für die Kinder, das sind dann die Junior Ranger Programme.
Wie immer hatten wir eine perfekte Planung, das fing bei den Flügen an, Immigration in Irland und somit waren wir quasi schon in die USA eingereist. Der Jetlag ist nicht wirklich ein Problem, denn so ist man immer schon früh morgens unterwegs und kann den Menschenströmen manchmal ein wenig ausweichen. Wichtig ist auch ein vernünftiges Auto, denn man macht doch immer zwischen 4000 und 5000 Kilometer. Es gibt Tage da brauchen wir das Auto nur sehr wenig (meistens, wenn wir 2 oder mehr Tage an einen Ort sind) und es gibt natürlich auch Tage, da sind wir 500km und mehr unterwegs. Egal wie gross das Auto ist, in den USA ist das nie ein Problem, die Strassen und die Parkplätz sind gross und man muss nie die Befürchtung haben, dass es eng werden kann. Auch in den Bergen ist das nie, auch nur im Ansatz ein Problem. Da fährt man bis auf 4000m ohne Probleme, die Strassen sind teils besser als die Autobahn von Zürich nach Bern.
Wir buchten immer alle Hotels im Voraus, denn in den Sommermonaten, wenn die Amerikaner Ferien haben, könnte das zu einem Problem führen. Will man eine Unterkunft in den Nationalparks, dann wird dann teurer und man muss 9 Monate im Voraus buchen und dann noch Glück haben, wenn etwas frei ist. Man hat zwar den Vorteil, dass man schon im Park drin ist, aber die Unterkünfte sind teilweise sehr alt, ohne Komfort und die Preise teilweise 3 mal so teuer wie ein gutes Hotel ausserhalb der Nationalparks. Wir haben die meiste Zeit die Hotels ausserhalb, das heisst wir fuhren dann zwischen 20 und 30 Minuten, bis wir im Nationalpark waren. Wir finden das ist absolut kein Problem. Wir schauten auch, dass wir das Frühstück immer inklusive hatten, nicht weil so unglaublich gut ist, sondern wenn man in der Natur ist, gibt es kaum Möglichkeiten ausserhalb ein Frühstück zu bekommen.
Wir haben praktisch jeden Tag im Supermarkt frische Salate, Früchte etc. Eingekauft und am Mittag suchten wir uns ein schönes Plätzchen und machten so Mittagspause. Am Abend gingen wir immer in Restaurants essen, enttäuscht wurden wir nie, die Vielfalt ist riesengross und es hat immer gut geschmeckt.
Unser erster Stopp führte uns nach Estes Park, am Rande des Rocky Mountains Nationalparks. Wir hatten sehr gutes Wetter, auch wenn es am Morgen doch frisch war, aber immer sonnig, blauer Himmel und keine Wolken. Am späten Vormittag konnte man die Jacken ausziehen und wenn man Wanderungen oder desgleichen macht, ist man in Bewegung und somit fror man nie. Wir machten ein paar schöne Wanderungen, genossen aber auch Estes Park selbst, welches sehr einladend ist, mit guten Restaurants und großartigen Shops, welche einheimisches und keine China Waren verkauften.
Wir entdeckten auch neue Orte, wie z.B. Breckenridge, auch auf über 2900 Metern gelegen, wo man es sich vorstellen konnte, länger zu bleiben. Auch da, kurze Hosen und T-Shirt. Man ist sich nie bewusst auf welcher Höhe man sich befindet. Generell waren wir selten unter 2500m, teilweise auf knapp unter 4000m. Hier ist die Baumgrenze generell viel höher als bei uns in der Schweiz. Da gibt es dichten Wald auf 3500m.
Wir versuchten so oft wie möglich 2 Übernachtungen am gleichen Ort zu haben, denn es ist bequemer als jeden Tag zu packen und weiterzuziehen. Es gelang uns diesmal sehr gut, denn wir suchten Orte aus, wo es viele Möglichkeiten hatte etwas zu unternehmen. Wenn wir mal 6 Stunden mit dem Auto Unterwegs waren, war jedes Mal, die eine oder andere Sehenswürdigkeit auf dem Weg oder man nahm einen kleinen Umweg in Kauf.
Was wir immer sehr genossen haben, ist der direkte Kontakt mit den Menschen in den Nationalparks, Restaurants oder auch Unterwegs. Die Leute sind neugierig, fragen immer was wir machen, woher man kommt, oder sagen das ihr die Mütze oder der Rucksack gut gefällt – es sind einfach unglaublich sehr nette und zuvorkommende Menschen. In den Supermärkten ist man sehr nett und hilfsbereit, egal ob man was fragt, etwas sucht oder ziellos umherläuft. Man muss immer im Hinterkopf haben, wie schlecht diese Leute bezahlt werden und trotzdem sind sie freundlich und sehr hilfsbereit. Wir denken oft daran, wenn wir hier irgendwo in einem Geschäft sind, wie teilweise desinteressiert und unfreundlich die Angestellten sind, und froh sind, wenn man keine Auskunft oder Hilfe braucht. Das ist überall so, egal ob in einem Bergdorf oder in einer grossen Stadt.
Überall wo wir waren, fühlten wir uns sehr sicher, auch wenn keine Polizei sichtbar war, es war sehr sauber, grün und aufgeräumt. Die Amerikaner sind sehr stolz auf das was sie machen, auch wenn es «Scheiss Jobs» sind, sie machen es mit Hingabe und Begeisterung.
Wie auf jeder Reise fragen wir uns, hätten wir was besser machen können? Aber auch diesmal ist die Antwort Nein. Alles lief perfekt, es gab keine Probleme, alles hat geklappt. Wir haben alles gesehen, was wir geplant haben, das Wetter war mit Ausnahme einer 2 tägigen Gewitter Front sehr gut, wie immer im Westen der USA.
Auch der Schluss der Reise, die 4 Tage in Denver waren ein grandioser Abschluss. Wir mögen es am Schluss einer ereignisvollen Reise einen gemütlichen Abschluss zu haben. Denver ist eine großartige Stadt und hat allerhand zu bieten. Es hat ein Kulturelles Angebot welches sich nicht vor grösseren, bekannteren Städten verstecken muss. Kulinarisch lässt es keine Wünsche offen und es hat diverse schöne Parkanlagen, wo man sich vergnügen kann. Denver ist sehr sicher, grün und sauber und was uns sehr überrascht hat, es ist weit weg von hektisch, wie man es aus anderen amerikanischen Grossstädten vielleicht gewohnt ist. Klimatisch war es anfangs Oktober grandios, Temperaturen bis 30 Grad. Viele Wintersport Freunde fahren von Denver aus nach Vail, Breckenridge oder Aspen zum Ski fahren.
Nach der Reise ist vor der Reise, wir sind schon am Überlegen, wo es nächstes Jahr in den USA hingehen soll.